Der Gipfel der Kreativität

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Flankiert wird die Ausstellung von zwei öffentlichen Kongressen, zu denen so prominente Teilnehmer wie Boxweltmeister Wladimir Klitschko kommen.

Frankfurt/Offenbach ‐ Die so genannte Kreativwirtschaft setzt Milliarden um. Ein Anlass, dass das Festival des Art Directors Club findet erstmals in Frankfurt und Offenbach statt. Auch Wladimir Klitschko nimmt am Kongress teil. Von Christian Riethmüller

„Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“ befand einst der geniale Komiker Karl Valentin, der auch daran zugrunde ging, dass ihm die viele Arbeit kein Geld einbrachte. Dabei ist die Kunst nicht generell brotlos. Ganz im Gegenteil.

In Hessen etwa sind nach Angaben des Wirtschaftsministeriums in Wiesbaden knapp 100.000 Menschen in der Kreativ-Branche beschäftigt, die im Jahr 2007 rund 18 Milliarden Euro umsetzte. Andere Berechnungen, die auch den IT-Sektor in die Kreativwirtschaft miteinbeziehen, nennen sogar 135.000 Beschäftigte, die 24 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2008 erzielten.Angesichts solcher Zahlen ist es nicht verwunderlich, dass bundesweit die Balz begann, als der Art Directors Club (ADC) darüber nachdachte, sein jährliches Gipfeltreffen nicht mehr in Berlin, sondern in einer anderen Stadt veranstalten zu wollen. Mit derzeit 577 Mitgliedern ist der elitäre ADC zwar nicht sonderlich groß, doch gehören ihm die wichtigsten Köpfe der deutschen Werbeszene an. Die sind nicht nur mächtig und einflussreich, sondern vergeben auch jedes Jahr einen renommierten Preis für die besten Ideen in der Werbebranche.

Frankfurt die neue Pilgerstätte für kreative Köpfe

Fürs Image einer Stadt ist es daher nicht verkehrt, das ADC- Festival beherbergen zu dürfen. Besonders, wenn man dabei die Nachfolge Berlins antritt, das doch als Mekka aller Kreativen gilt. Zumindest für die nächsten drei Jahre ist Frankfurt nun die Pilgerstätte für kreative Köpfe. Die Mainmetropole hat sich im Wettbewerb gegen Konkurrenten wie Hamburg und München durchgesetzt.

Letztlich habe das Konzept für Frankfurt den Ausschlag gegeben, sagte Stephan Vogel, Frankfurter ADC-Sektionschef, gestern bei der Vorstellung des Programms für das Festival, das nächste Woche von 14. bis 16 Mai in Frankfurt und Offenbach stattfindet. Erstmals zeitgleich zum ADC-Gipfel wird dessen Nachwuchsveranstaltung - die Junior Days - abgehalten. Dort werden auch die Hochschulen Offenbach, Darmstadt, Wiesbaden und Kassel mit Projekten ihrer Studierenden stark vertreten sein.

Den Zusammenprall der „Kreativkulturen“ gibt es nicht nur auf dem Messegelände, sondern auch bei den „Stadtgesprächen“, die am Freitag, 14. Mai, im Museum für Angewandte Kunst, im Schauspiel und in den Greentowers der Deutschen Bank stattfinden.

Oder aber in Offenbach im Hafen 2.

Dort wird am Freitag ab 20 Uhr gefeiert. Weitere Inormation auf der Homepage des Art Directors Club .

Insgesamt sollen bei dem Gipfel fast 9.000 Arbeiten - darunter Anzeigen, Illustrationen und Fernseh-Spots - präsentiert werden. Ausstellungsort ist die Halle 5.0 auf dem Frankfurter Messegelände. Flankiert wird die Ausstellung von zwei öffentlichen Kongressen, zu denen so prominente Teilnehmer wie Boxweltmeister Wladimir Klitschko, der englische Modeschöpfer Paul Smith oder Designer-Legende Dieter Rams (Braun) gehören.
Dass sich das Land Hessen und die Städte Frankfurt und Offenbach mit Tatendrang und einigem finanziellen Aufwand dafür einsetzten, das ADC-Festival an den Main zu locken, hat auch Wettbewerbsgründe. Die Kreativwirtschaft soll neben Finanzwirtschaft und Flughafen eine weitere Schwerpunkt-Branche in der Region werden, wünscht sich die hessische Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU).

Wichtige Weichen auf dem Weg dorthin können beim ADC-Gipfel gestellt werden, der das beziehungsreiche Motto „Clash of Creative Cultures“ trägt. Dieser Zusammenprall der „Kreativkulturen“ lässt sich nicht nur auf dem Messegelände, sondern auch bei den „Stadtgesprächen“ beobachten, die am Freitag, 14. Mai, im Museum für Angewandte Kunst, im Schauspiel und in den Greentowers der Deutschen Bank stattfinden. Oder aber in Offenbach im Hafen 2. Dort wird am Freitag ab 20 Uhr gefeiert. Den Ort hat sich das Festival übrigens selbst ausgesucht, sagt Offenbachs Wirtschaftsförderer Jürgen Amberger. Ganz ohne Werbung.

Quelle: op-online.de

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