Glaube an Rad und Fuß

Wiesbaden - Beim Ziel Verkehrswende setzen die hessischen Grünen in den Städten auf das Fahrrad und die Füße. Mit Schnellwegen für E-Räder und einer fußgängergerechten Infrastruktur könne viel Energie gespart werden.

Außerdem sollten die Finanzierung von Bussen und Bahnen Vorrang erhalten, heißt es in einem gestern vorgelegten Konzept der Landtagsfraktion. Der Abgeordneten Karin Müller scheint die Zeit dafür günstig, da für junge Menschen das Auto als Statussymbol an Wert verliere. In einer „Stadt der kurzen Wege“ dürften in der Planung die Flächen für Wohnen und Arbeiten möglichst nicht getrennt ausgewiesen werden. Auf dem flachen Land müsse der Einsatz von Sammel-Taxis, Ruf- und Bürgerbussen geprüft werden.

Um die Klimaschutz-Ziele in Hessen zu erreichen, verlangen die Grünen außerdem eine Verlagerung des Flugverkehrs auf die Bahn bei Kurzstrecken sowie eine Mineralölsteuer für Kerosin. Außerdem wollen sie die regionalen Wirtschaftskreisläufe fördern.

„Bevormundungspolitik nach grüner Ideologie“

 Das dämpfe den Güterverkehr, der für 26 Prozent der klimaschädigenden Kohlendioxid-Emissionen in Hessen verantwortlich sei. Der Luftverkehr steuere 17 Prozent zu den CO2-Emissionen bei. Bis zum Jahr 2020 wollen die Grünen 30 Prozent beim Kohlendioxid einsparen. Mit einem Anteil von 50 Prozent an den CO2-Emissionen (26 Millionen Tonnen) liegt der Verkehrssektor in Hessen deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Dies liegt vor allem am Frankfurter Flughafen und der wirtschaftsstarken Rhein-Main-Region.

Als „typische Bevormundungspolitik nach grüner Ideologie“ kritisierte der CDU-Abgeordnete Ulrich Caspar das Papier. Hessen brauche als Flächenstaat Mobilität und dürfe nicht „zum Land der Fußgänger und Radfahrer“ werden. Der SPD-Abgeordnete Günter Rudolph erklärte, dass die Energiewende ohne Verkehrskonzept nicht funktioniere. Auf dem Land könne aber auf das Auto nicht verzichtet werden.

dpa

Quelle: op-online.de

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