Jubiläum im nächsten Jahr

Goethe-Uni: Hochschule zum Anfassen

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Die Goethe-Universität residiert mittlerweile im Frankfurter Westend und feiert dort ihr hundertjähriges Bestehen.

Frankfurt - Bis zum großen Jubiläum, dem hundertjährigen Bestehen der Goethe-Universität Frankfurt, ist es zwar noch über ein Jahr hin, doch soll der runde Geburtstag am 18. Oktober 2014 auch nicht Knall auf Fall gefeiert werden. Von Christian Riethmüller

Mit einem vielfältigen Programm will die Hochschule das ganze nächste Jahr über zeigen, dass sie kein Elfenbeinturm, sondern eine Uni zum Anfassen ist. „Wir machen in erster Linie Wissenschaft für die Menschen und für die Gesellschaft und genau das soll im Jahr 2014 und darüber hinaus sichtbar werden“, versprach Universitätspräsident Werner Müller-Esterl gestern bei der Vorstellung des Festprogramms auf dem Campus Westend in Frankfurt. Er erinnerte an die besondere Geschichte der Goethe-Universität, die 1914 ja von Bürgern der Stadt gegründet worden ist, auch mit dem Ziel, einen neuen Typ von Universität aufzubauen. Der sollte nicht akademische Tradition pflegen, sondern neue Antworten auf die Herausforderungen der Moderne finden. Dieser Aufgabe sehe sich die Frankfurter Universität auch heute verpflichtet, sagte Müller-Esterl, der auch an die besondere Verpflichtung der Hochschule gegenüber der Stadtgesellschaft erinnerte, die ihrerseits seit fünf Jahren wieder in besonderem Maße gefordert ist, „ihre“ Uni zu unterstützen. Seit dem Jahr 2008 ist die Goethe-Universität eine Stiftungsuniversität, die von allen deutschen Hochschulen vermutlich die größte Autonomität genießt und derzeit etwa 35 Prozent ihres Budgets für Forschung und Lehre über Zustiftungen und Drittmittel abseits von Bund und Land einspielt.

Wie Müller-Esterl und Vizepräsident Manfred Schubert-Zsilavecz gestern sagten, ist es der Universität in den vergangenen Monaten gelungenen, einen hohen siebenstelligen Betrag von Gönnern und Sponsoren einzuwerben, Weitere Stifter und Förderer sollen gewonnen werden. Wie die Universitätsspitze weiter ankündigte, soll im nächsten Jahr sowohl auf hundert Jahre Geschichte zurückgeblickt als auch in die Zukunft geschaut werden. Zum Festprogramm zählen wissenschaftliche Tagungen, öffentliche Lesungen etwa mit Klaus Maria Brandauer im Juni 2014 oder Bestseller-Autor Daniel Kehlmann, der in der Poetikdozentur von 3. Juni bis 2. Juli 2014 „Die Vermessung der Welt“ behandelt. Ausstellungen widmen sich besonders den vielen jüdischen Familien unter den Universitätsgründern, blicken auf starke Frauen, die die Universitätsgeschichte prägten und präsentieren ab Herbst 2014 im Museum Giersch unbekannte Schätze und Kuriositäten aus den wissenschaftlichen Sammlungen der Uni.

Von 14. bis 20. Juli 2014 wird auf dem Campus Westend eine ganze Woche lang mit Konzerten und einem Ball gefeiert, bevor dann am 18. Oktober 2014 der 100. Geburtstag mit einem Festakt in der Paulskirche begangen wird, zu dem Bundespräsident Joachim Gauck als Redner erwartet wird.

Quelle: op-online.de

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