„Goldfisch“ aus Groß-Umstadt

Groß-Umstadt - „Ich weiß nicht, ob es Ihnen auch so geht, dass Sie Nase voll haben von den Negativnachrichten“, sagt Donald Schaefer. In Deutschland sei nur noch die Rede von sechs Prozent Minus bei der Konjunktur, Kurzarbeit und Arbeitslosenzahlen. Von Marc Kuhn

Bei Resopal in Groß-Umstadt sei die Entwicklung 180-prozentig gegenläufig, erklärte der Geschäftsführer weiter. „Das ist der Beweis, dass es auch anders geht.“

2008 sei ein Rekordjahr für den Schichtstoff-Hersteller gewesen, berichtete Schaefer. Im vergangenen Jahr habe Resopal mit 556 Mitarbeitern einen Umsatz in Höhe von 135 Millionen Euro und einen Gewinn von zwölf Millionen Euro erwirtschaftet. Für 2009 rechnet der Geschäftsführer mit 142 bis 143 Millionen Euro Umsatz. Zudem erwartet Schaefer, dass „wir den Gewinn deutlich steigern können“.Die Zahl der Mitarbeiter sei auf 571 gestiegen. Für den Sommer plant Schaefer weitere Einstellungen. „Wir arbeiten immer noch sieben Tage in der Woche in drei Schichten.“

Für Resopal, vor Jahren einzig bekannt für die Herstellung von Küchenplatten, sei es wichtig gewesen, „Produkte mit Alleinstellungs-Merkmal anzubieten“,erläuterte Schaefer. Vor Jahren hatte er die Kehrtwende bei dem Unternehmen eingeleitet. Seinen Angestellten habe er damals gesagt: „Wir sind ein Goldfisch im Wasserglas. Das reicht nicht.“ Die Firma müsse zum „Goldfisch im Bodensee werden. Dann sind wir durch.“ Heute sagt Schaefer: „Wir sind das Silicon Valley im Schichtstoff-Bereich.“

Mittlerweile bieten die Groß-Umstädter verstärkt Material zur Raumgestaltung an, wie er sagt - Fußböden und Oberflächen für Wände. Beispielsweise würden die Böden für die Messeaufttritte von Audi produziert. Mit VW sei ein millionenschwerer Vertrag unterzeichnet worden. Resopal werde weltweit die Fußböden für die Niederlassungen des Autobauers herstellen. Darüber hinaus würden Böden für Krankenhäuser geliefert. Wegen des Konjunkturprogramms erwartet der Geschäftsführer im zweiten Halbjahr deutlich bessere Geschäfte. Der Heimwerker kann die Produkte von Resopal in einem Baumarkt erstehen.

Quelle: op-online.de

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