Gorilla tötet eigenes Baby

+
Der Gorilla-Mann „Viatu“ hat sein eigenes Baby direkt nach der Geburt getötet.

Frankfurt - Ein tragischer Vorfall im Frankfurter Zoo: Der Gorilla-Mann Viatu hat sein eigenes Baby direkt nach der Geburt getötet. Ein Rückschlag für die Gründung einer neuen Gorilla-Familie.

Wie der Zoo heute berichtete, hatte die Gorilladame Ruby am Mittwoch das gemeinsame Junge zur Welt gebracht. Die Geburt vormittags gegen 10 Uhr in der Gruppe der Gorillas sei zwar schnell bemerkt worden, aber die Pfleger hätten nichts mehr tun können, sagte Kurator Thomas Wilms. Gorillavater „Viatu“ hatte schon zugebissen und das Neugeborene getötet.

Der zehnjährige Gorilla-Mann war im Oktober 2008 aus der Schweiz in den Frankfurter Zoo gekommen. Dort soll er „Matze“ ersetzen, der kurz zuvor im Alter von 51 Jahren eingeschläfert worden war. „Bei den freilebenden Gorilla-Gruppen kommt es vor, dass neue Haremschefs die Kinder ihrer Vorgänger töten. Dies gehört zum natürlichen Verhaltensrepertoire“, sagte Zoodirektor Manfred Niekisch. „Warum Viatu nun seinen eigenen Sohn getötet hat, lässt sich nur damit erklären, dass er seinen Platz unter den Weibchen noch nicht gefunden hat.“ Er sei offensichtlich nicht in der Lage, sich gegenüber den vier weiblichen Tieren durchzusetzen. „Dies kann zu Überforderung und Stressreaktionen führen“, sagte Niekisch.

Die Niederkunft der elfjährigen Ruby kam nach Angaben des Zoos unerwartet schnell. Bei wildlebenden Gorillas werden die Babys stets innerhalb der Gruppe geboren. Es sei nicht zu erwarten gewesen, dass sich Viatu gegenüber seinem eigenen Nachwuchs aggressiv zeigen würde. Im Baseler Zoo war Viatu bereits Vater einer Tochter geworden.

Seit der Gorilla-Mann zu den Frankfurter Weibchen kam, hatte es immer wieder Auseinandersetzungen mit den Jungtieren Fritz und Kabuli - beides Matze-Söhne - gegeben. „Damit musste man rechnen“, sagte Niekisch. Der zweieinhalbjährige Fritz wurde deshalb bereits an den Zoo in Rotterdam abgegeben, für den fünfjährigen Kabuli wird ein neuer Zoo gesucht.

Wie es mit Viatu weitergeht, sollen die nächsten Wochen zeigen. Derzeit ist er mit einem Weibchen zusammen, die drei anderen werden separat gehalten. „Ob wir Viatu in der Gruppe halten können, hängt davon ab, wie gut es ihm gelingt, sich den Weibchen anzunähern. Aber auch diese müssen zeigen, dass sie Viatu als Anführer der Gruppe akzeptieren“, sagte Niekisch. Zunächst soll Ruhe ins Gorilla-Gehege einziehen, wenn keine Jungtiere mehr da sind. Die Gruppe könne dann zusammenwachsen.

dpa

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare