Andere Orte für die besondere Feier

Gottesdienst mal im Bahnhof oder im Tierpark

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Mitten im sonst so hektischen Frankfurter Hauptbahnhof gibt es am Heiligen Abend einen Gottesdienst.

Weihnachten gehen viele Menschen in die Kirche – schon der Tradition wegen. Doch es muss nicht immer das Gotteshaus sein, in dem der Gottesdienst abgehalten wird:

Einige Gemeinden, unter anderem in Hessen, haben sich zur Feier des Heiligen Abends ganz andere Orte verlegt – ein friedlicher Moment an einem besonderen Tag an einem außergewöhnlichen Ort. Zur Messe mit vielen Tieren laden der Tierpark Sababurg und der evangelische Kirchenkreis Hofgeismar an Heiligabend ein. Seit mehr als zehn Jahren findet in einem restaurierten Fachwerkhaus, der sogenannten Kirchen- und Kulturscheune, ein weihnachtlicher Gottesdienst statt. Aus der mobilen Holzkirche, die der Kirchenkreis einst im Tierpark aufstellte, ist mittlerweile ein festes Obdach geworden, das „zwischen 1000 Eichen“ steht, wie es Tierpark-Mitarbeiter Karl Görnhardt beschreibt.

Die Nähe zur Natur sei ausschlaggebend für die besinnliche Stimmung, die am Heiligen Abend herrscht, erzählt Görnhardt. Es gibt keine pompöse Weihnachtsdekoration, sondern Stühle aus Holz, und natürliche Elemente wie Tannenzweige schmücken den Raum. Dies soll die Besucher an die Bedeutung des Festes erinnern. Damals wie heute wird der Weihnachtsgottesdienst gut angenommen. Die 80 Plätze in der Kirchenscheune sind immer schnell belegt. Deswegen steht zusätzlich ein Zelt bereit, in dem noch 30 Personen Platz finden, erklärt Görnhardt. Trotzdem sei das Interesse am gemeinsamen Gottesdienst häufig größer, als es die räumlichen Möglichkeiten zulassen. Dabei seien Tierpark und Kirchenkreis bemüht, „zu Heiligabend keinem den Eintritt zu verwehren“.

Warum nicht mal zum Gebet in den Bahnhof? Die Frankfurter Bahnhofsmission, die vom Caritasverband und vom Diakonischen Werk getragen wird, gestaltet am Heiligen Abend einen ökumenischen Gottesdienst um 12.30 Uhr auf dem Querbahnsteig des Hauptbahnhofs zwischen den Gleisen 4 und 5. Reisende, Anwohner, Menschen, die am Bahnhof arbeiten, Interessierte und Neugierige sind zu diesem etwas anderen Gottesdienst eingeladen. Das Thema ist überaus aktuell: „Bethlehem und die Hungernden der Welt“. „Am Bahnhof treffen sich jung und alt, arm und reich“, hat Ortrud Wohlwend, die Sprecherin der Berliner Stadtmission, über die Gottesdienste gesagt, die es zu Weihnachten auch in vielen anderen großen deutschen Bahnhöfen gibt. Schließlich sei der Bahnhof ein Platz für Begegnung. Der gemeinsame Gottesdienst am Heiligen Abend an einem ungewöhnlichen Ort bringe viele Menschen zusammen - ganz so wie die Geburt Jesu.

Frankfurt hat noch einen besonderen Platz für Gottesdienste zu bieten: den Flughafen. Die Flughafenseelsorge feiert an Heiligabend um 17.30 Uhr einen Weihnachtsgottesdienst in der Kapelle im Terminal 1, Abflughalle B. Weitere Messen werden an den folgenden Feiertagen jeweils um 10 Uhr angeboten. Passend zur Weihnachtsgeschichte feiern die katholischen Gemeinden Sankt Marien und Sankt Franziskus in Marl (Bistum Münster) die Christmette auf einem Bauernhof. Eigentlich war die „Heilige Messe im Stall“ nur eine Notlösung: Nach einem Brand in der Gemeindekirche vor zehn Jahren musste ein Ort gefunden werden, an dem alle Gemeindemitglieder gemeinsam Gottesdienst feiern konnten. Aus der Not wurde eine Tugend - und die Christmette im Stall zur Tradition. Ob Katholik oder Protestante: „Der Stall ist offen für alle“, sagt Pfarrer Ulrich Müller. Häufig kämen Aussteiger, die der Hektik von Weihnachtsfeiern entfliehen wollen. Sie genießen die besondere Umgebung und „wollen nicht in Weihnachten ertrinken. Das tut Weihnachten gut“, ist Müller überzeugt. „Die Atmosphäre vermittelt einem die Einfachheit, um das Geheimnis von Weihnachten neu zu entdecken.“ (kna/ad)

Quelle: op-online.de

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