Heftige Diskussion um Kunstprojekt nahe der EZB

Graffito im Osthafen erinnert an ertrunkenen Flüchtlingsjungen

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Frankfurt - Das Bild des kleinen Jungen, der im September 2015 tot an die türkische Küste gespült wurde, hat Millionen Menschen berührt. Jetzt prangert dieses Bild als Graffito auf einer Mauer nahe der EZB. Das finden die einen geschmacklos, die anderen sehen darin ein wichtiges Mahnmal.

Ein großes Graffiti im Frankfurter Osthafen sorgt aktuell für heftige Diskussionen: Es zeigt den kleinen Jungen, der im September 2015 tot an die türkische Küste gespült wurde. Die zwei Graffiti-Künstler Justus Becker und Oguz Sen haben den kleinen Aylan riesengroß auf einer Mauer neben der Europäischen Zentralbank (EZB) ein Denkmal gesetzt. Laut Hessenschau war der Ort von den beiden Künstlern bewusst gewählt. Das Schicksal des Dreijährigen steht für das Leid Tausender, die vor Krieg und Gewalt über das Mittelmeer fliehen. Und dies wollten sie auf 120 Quadratmetern "hierher bringen. Weil es die Leute ja erst interessiert, wenn es vor ihrer eigenen Haustür passiert", sagt Becker im Gespräch mit dem hr.

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Die Reaktionen sind vor allem in den Sozialen Medien durchwachsen. Die einen finden es geschmacklos, die anderen finden es richtig, dass an den jungen Syrier immer wieder erinnert wird. Das Graffito ist auf die große Mauer an der Ostmole des Osthafens gesprüht. Die Fläche wird für wechselnde Kunstprojekte von der Stadt Frankfurt zur Verfügung gestellt. Die Kosten für das Projekt tragen die Künstler selbst. (ror)

Quelle: op-online.de

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