Solides artistisches Vollprogramm

„Great Christmas Circus“ von Carl Busch: Küss’ den Tiger!

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Einer der Höhepunkte beim Weihnachtszirkus: Carmen Zander kommt einem ihrer Raubtiere extrem nahe.

Frankfurt - Vielleicht liegt ja eine Eintrittskarte unterm Weihnachtsbaum, oder man nutzt die Artistenkunst als Stimmungsaufheller in der manchmal doch recht grauen Vorweihnachtszeit. Fakt ist: Der „Great Christmas Circus“ gastiert in Frankfurt mit einem soliden Vollprogramm. Von Michael Eschenauer

Salti am Hochtrapez (Flying Ramos), Handstand-Akrobatik (Armando Liazeed), Kunststücke auf dem Drahtseil (Erik Niemen), eine aufwändige Raubtierdressur mit fünf Königstigern (Carmen Zander), eine große Pferdenummer mit sechs prächtigen schwarzen Friesen- und sechs Araberhengsten (Juniorchefin Natascha Wille-Busch), zwei wirklich amüsante Clowns, die nicht nur die Kinder zum Kichern bringen (Gebrüder Goty) - das zweistündige Programm bietet alles, was so landläufig zu einem „echten Zirkus“ gehört. Natürlich darf dabei auch eine Live-Kapelle nicht fehlen. Sogar einen Opernsänger hat das bekannte Zirkusunternehmen an den Ratsweg mitgebracht. Iurii Kovaluch ist mit seinen bekannten Weihnachtsliedern vor allem zuständig für die „Christmas“-Elemente im Programm. Sehr wohltuend: Die Choreografen strapazieren das Thema Weihnachten nicht allzusehr.

Auffällig auch: Zwar reicht die durchaus aufwändige Produktion mit durchweg respektablen Leistungen nicht an die Top-Spektakel wie „FlicFlac“, Cirque Du Soleil oder André Hellers „Africa Africa!“ mit Kartenpreisen von bis zu 80 Euro heran, das Publikum aber geht bei Carl Busch voll mit - und das nicht nur, wenn Carmen Zander den Tiger küsst. Dies ist nicht zuletzt dem zwar geräumigen, aber nicht gigantischen 1400-Personen-Zelt geschuldet. Es bewirkt auch auf den weiter hinten gelegenen Plätzen gutes Zirkus-Feeling. Der Duft der Manege, der mit Sägemehl- und Tiergerüchen befrachtete Luftwirbel, der sich erhebt, wenn zum Beispiel zwölf Pferde im Rund traben oder ein Tiger seinen Sprung über vier Artgenossen vorführt, aber auch das Knallen der Peitsche sind unverzichtbar für echte Zirkusfreunde. Die beiden Clowns bewegen sich zudem fast immer mitten im Publikum - Zirkuskunst zum Greifen nahe, auch wenn man wie bei dem Wasserpistolen-Duell auch mal nass werden kann. Ein schönes, bezahlbares Zirkuserlebnis.

Wie werde ich...? Artist/in

Der „Great Christmas Cirkus“ gastiert noch bis Sonntag, 10. Januar, am Ratsweg in Frankfurt. Vorstellungen täglich um 15.30 und 20 Uhr, sonn- und feiertags 15 und 18.30 Uhr. Der 21. Dezember ist spielfrei. Die Ticketpreise liegen zwischen 15 und 38 Euro für Erwachsene. Weitere Infos gibt es unter www.circus-carl-busch.de oder 0177/274 6896.

Quelle: op-online.de

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