Experten befürchten diesmal besonders viele Erkrankungen

Grippewelle rollt auf Rhein-Main zu

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Offenbach - Überall husten und schnäuzen: Die Grippewelle rollt an. Das Robert Koch- Institut (RKI), die zuständige Bundesbehörde, meldet bereits hunderte Influenza-Fälle. Die Furcht vieler Experten vor einer besonders großen Grippewelle, wie in den USA, ist groß. Von Peter Schulte-Holtey

Das RKI rechnet jeden Tag „mit einer stärkeren Dynamik“. Und Kirsten Müller-Kuhl, Sprecherin des hessischen Apothekerverbandes, stellt fest: „Fakt ist, dass die Experten der Weltgesundheitsorganisation WHO bereits im letzten Jahr eine besonders harte Grippewelle prognostiziert hatten.“ Nachdem es im Oktober und November 2012 aus mehreren Gründen zu erheblichen Lieferproblemen beim Grippeimpfstoff gekommen ist, hat dies dazu geführt, dass sich viele nicht impfen ließen. „Deshalb empfehlen wir besonders älteren und chronische kranken Menschen, Schwangeren ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel und all denjenigen, die viel mit Publikum zu tun haben, also zum Beispiel Verkäufer und Lehrer, sich auch noch jetzt gegen Grippe impfen zu lassen“, so Müller-Kuhl auf Anfrage unserer Zeitung.

Auswirkungen der Grippe

Die Auswirkungen der Grippe werden oft unterschätzt: Allein in Deutschland sterben jährlich etwa 5000 bis 8000 Menschen an Influenza. In den USA treibt aktuell der Influenza-Stamm H3N2 sein Unwesen, den Behörden als besonders aggressiv einstufen.

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Unterdessen hat auch im Rhein-Main-Gebiet die Grippesaison begonnen. Der Rumpenheimer Kinderarzt Dr. Matthias Gründler berichtet: „In Offenbach gibt es momentan sehr, sehr viele Infekte in Kindertagesstätten und Schulen, aber bisher nur vereinzelte Influenzafälle.“ Dabei betont der Mediziner den Unterschied zwischen grippalem Infekt und Influenza. „Die ,echte Grippe’ gehe rasant los, mit Fieber, Kopfschmerz und Hustenreiz.“ Rund um Fastnacht wird mit dem Höhepunkt gerechnet. Das bestätigt der Offenbacher Hausarzt Dr. Eckhard Starke. „Dies liegt sicher daran, dass dieses Fest viele Menschen zusammen führt - mit Tanz, Musik und einem ungezwungenem engen Beisammensein“, erläutert er.

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Macht denn eine Impfung Sinn, wenn die Influenza-Stämme ständig wechseln? Nach Angaben von Starke gibt es Hinweise darauf, dass regelmäßige Impfungen auch zu einem verbesserten Schutz bei wechselnden Erregern führt. Susanne Stöcker vom Paul-Ehrlich-Institut in Langen geht zumindest davon aus, dass man mit dem aktuellen Impfstoff gut vorbereitet ist. „Die Tatsache, dass die Influenza-Viren sich ständig verändern, ist der Grund dafür, dass die WHO jedes Jahr eine neue Stammzusammensetzung für die saisonalen Impfstoffe empfiehlt, um eine möglichst gute Schutzwirkung erzielen zu können“ , so die Sprecherin des Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel.

Quelle: op-online.de

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