Regierungspräsidium säubert Grundstück

Das große Aufräumen beim „Müllgott“

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„Müllkunst“ liegt vor dem Haus von Müllkünstler Matthias Möller im Neuensteiner Ortsteil Obergeis.

Neuenstein - Ein selbst ernannter Müllkünstler sammelt alles vom alten Schrottauto bis zur Badewanne und Toilettenschüssel. Nun wird amtlich angeordnet aufgeräumt auf seinem Grundstück. Von Jörn Perske

Das Regierungspräsidium (RP) Kassel hat gestern mit der Zwangsräumung der Grundstücke des selbst ernannten Müllkünstlers im osthessischen Neuenstein begonnen. „Müllgott“ Matthias Möller wurde zuvor am Morgen zur Untersuchung in die psychiatrische Abteilung des Klinikums Bad Hersfeld gebeten, sagte RP-Sprecher Michael Conrad und bestätigte einen Bericht der Zeitung „Hessisch/Niedersächsische Allgemeine“.

Müllkünstler Matthias Möller

„Dabei hat er keinen Widerstand geleistet“, sagte Conrad. Bis zum Mittag sei bereits ein erster großer Container mit Unrat vom Gelände gefüllt worden. Wann die Räumung der 120 Kubikmeter Sperrmüll und Abfälle abgeschlossen werden kann, ist noch ungewiss. Bei der Räumung kam auch ein Radlader zum Einsatz. Es seien unter anderem ein mit Abfall gefülltes Auto, ein Anhänger, ein Kühlschrank, eine alte Badewanne und „tausende Plastik- und Glasflaschen sowie Getränkedosen“ entsorgt worden, teilte das Regierungspräsidium mit.

Das RP wirft Möller vor, sein Privatgelände als illegale Müllhalde zu missbrauchen. Dort lagern ausrangierte Möbel, Metall, Holz, Behältnisse und Gebrauchsgegenstände aller Art. Der 52-Jährige sagt, dass er Teile des Sammelsuriums für seine Kunstprojekte benötige. Möller fühlt sich von den Behörden und seinen Nachbarn, die sich über ihn beschweren, gemobbt und verfolgt. In den vergangenen Tagen war Möller nach eigenen Angaben für eine Woche in einen Hungerstreik getreten, um gegen die angekündigte Räumung zu protestieren. Daraufhin hatte das RP die für Montag geplante Räumung erst einmal verschoben. Vorausgegangen waren etwa sechs Jahre dauernde Bemühungen der Behörden und der Gerichte, „Müllgott“ Möller dazu zu bringen, die Abfälle doch selbst zu entsorgen.

dpa

Quelle: op-online.de

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