Firma Eisele aus Maintal

Großeinsatz auch in Offenbach

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Die Großkräne der Firma Eisele sind auch im Rhein-Main-Gebiet häufig im Einsatz. Auch beim Neubau der Carl-Ulrich-Brücke in Offenbach haben sie mitgewirkt.

Maintal - Sein Lebensmotto hat Claus Eisele nach ganz oben in seiner Branche gebracht: „Es kann nicht schwierig genug sein. Eisele bewegt alles. “ Sein High-Tech-Fuhrpark fällt auch im Rhein-Main-Gebiet immer wieder auf. Von Marc Kuhn 

Knallgelb und riesengroß sind die Kräne seines Imperiums. Etwa 35 von ihnen und insgesamt rund 100 Fahrzeuge gehören zu dem Familienbetrieb aus Maintal. Neben Kränen werden auch Arbeitsbühnen, Gabelstapler und Schwertransporter eingesetzt. Das Unternehmen ist die Nummer eins in Hessen und eines der größten seiner Branche in Deutschland. „Wir sind mit 60 Mitarbeitern in Europa unterwegs“, berichtet der technische Berater Rocco Schimmel. „Und das schnell“, ergänzt Eisele. „Wir sind eine Familien AG. “ Auch Ehefrau Angela und Sohn Dennis Eisele sind im Geschäft.

Am Neubau der Carl-Ulrich-Brücke in Offenbach war die Firma unter anderem beteiligt. „Die ganze Montage haben wir an Land gemacht“, sagt Claus Eisele. Am Abriss der alten Brücke will er sich ebenfalls beteiligen. Mit Hilfe der „langen Ausleger“ an den Lkw-Kränen mit bis zu neun Achsen sind in etwa 120 Metern Höhe auch die Scheiben im neuen Gebäude der Europäischen Zentralbank in Frankfurt eingesetzt worden.

Liste der spektakulären Einsätze

Die Liste der spektakulären Einsätze ist lang - stolz darauf sind die Mitarbeiter wie Rocco Schimmel. Bis zu acht Großkräne waren gleichzeitig im Einsatz, als das Dach beim Kohlekraftwerk Staudinger in Großkrotzenburg zusammengesetzt wurde, wie der technische Berater berichtet. Acht Teile mit einer Länge von 55 Metern und einem Gewicht von je 40 Tonnen mussten in Position und in der Mitte miteinander verbunden werden. „Das war Millimeterarbeit“, sagt Schimmel. Von Akkordarbeit spricht der Projektleiter, wenn er vom Bau der Brücke über die A3 erzählt, über die Flugzeuge von der neuen Landbahn auf den alten Teil des Flughafens rollen. Damals war die Autobahn an mehreren Tagen jeweils von 23 bis 4 Uhr gesperrt. Zwei 500-Tonnen-Kräne hätten die Elemente der Brücke in die richtige Position gebracht, berichtet Schimmel. Ein Träger habe 95 Tonnen gewogen, hunderte seien transportiert worden.

Und die Fußball-Europameisterschaft 2012 hätten die Fans ohne die Arbeit der Eisele AG wohl nicht so gut am Fernseher verfolgen können. Bei 20 der 31 Spiele in der Ukraine und Polen wurden in fünf der acht Stadien große Hub-Bühnen der Maintaler eingesetzt. So konnten die Kameras die Totale über den Spielstätten einfangen. Eine Hub-Bühne kann bis zu einer Höhe von 103 Metern ausgefahren werden. Sie sei die höchste geländegängige Hubarbeitsbühne der Welt, so Schimmel. Die Bühne wird wie andere auch unter anderem zur Wartung von Windkrafträdern eingesetzt.

Zu den Kunden der Eisele AG gehören auch die Petrochemie, Raffinerien, das Baugewerbe, der Anlagen- und Maschinenbau sowie Kraftwerke. Da ein Teil der Kräne mehr als 100 Tonnen wiegt, sind Genehmigungen nötig, damit diese auf den Straßen überhaupt fahren dürfen, wie Schimmel erklärt. Deshalb laufe „wahnsinnig viel Logistik“ im Vorfeld eines Einsatzes ab. Steht der Großkran schließlich auf der Baustelle, wiegt er bis zu 440 Tonnen. Gewichte und Bauteile müssen mit zehn bis zwanzig Transportern angeliefert werden. Die Kosten für die Einsätze sind hoch. „Die Preise sind höchst unterschiedlich“, sagt Schimmel nur. Die Kräne kosten ein bis fünf Millionen Euro.

„Das mit den Kränen wollte ich nie machen“, sagt Eisele mit Blick auf die Unternehmensgeschichte. Aus der Werkstatt des Schlossers entstand 1976 ein Abschleppdienst, der auch für den ADAC arbeitete - daher die gelbe Farbe. Schnell stellte sich heraus, dass für die Bergung von Fahrzeugen auf der Autobahn ein Kran hilfreich ist. 1987 wurde der erste angeschafft, der Grundstein für die Eisele AG war gelegt. 1988 hatte die Firma bereits fünf Kräne im Einsatz, ein Jahr später waren es 14. „Wir halten unseren Fuhrpark stets mit Investitionen auf dem neuesten Stand“, sagt der 65-Jährige.

Quelle: op-online.de

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