Großeinsatz in Frankfurter Innenstadt

Angriff auf Zeugen: Polizei nimmt 28 Schläger fest

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Festnahme in der Frankfurter Innenstadt.

Frankfurt - Selbstjustiz und Jagdszenen in der U-Bahn: Eine Gruppe von Männern hat den Zeugen eines Mordprozesses angegriffen. Die Polizei wehrte die Attacke ab. Die Täter flüchteten jedoch nicht, sondern liefen zurück zum Landgericht, um erneut gegen die Beamten handgreiflich zu werden. 

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Ein Großaufgebot der Frankfurter Polizei hat heute gegen 11.45 Uhr im Bereich des Gerichtsgebäudes an der Konrad-Adenauer-Straße 28 Männer festgenommen. Zuvor ist es zu Attacken gegen einen Mann gekommen, der als Zeuge in einem Totschlagsprozess gehört wird. Darin geht es um eine tödliche Messerstecherei gegen einen 21-Jährigen im vergangenen August.

Während der Verhandlung wurde der Zeuge, der aus dem Umfeld des mutmaßlichen Täters der Messerstecherei stammt, bereits von Zuhörern stetig beschimpft. Aus Sicherheitsgründen sollten zwei Polizisten in zivil den Zeugen nach Hause begleiten.

Der Zeuge wurde durch den Hinterausgang aus dem Gericht geführt. An der U-Bahnstation Konstablerwache lauerten acht Personen dem Zeugen auf, stiegen mit in die U-Bahn ein und schlugen ihm unvermittelt ins Gesicht. Die Angreifer trugen weiße T-Shirts mit dem Konterfei des im August getöteten 21-Jährigen. Die Polizisten wehrten sich mit  Pfefferspray. Beim Handgemenge verletzten sie sich leicht. An der Haltestelle Hauptwache flüchteten die Täter aus der U-Bahn.

Jagdszenen in Frankfurts Innenstadt

Jagdszenen in Frankfurts Innenstadt

Eine sofort eingeleitete Fahndung führte die Beamten wieder in den Bereich des Gerichtsgebäudes im Bereich der Konrad-Adenauer-Straße. Beim Versuch die Personen zu kontrollieren, kam es erneut zu Handgemengen. Weitere Personen sympathisierten mit den Schlägern und mischten sich ein. Eine weitere Eskalation konnte lediglich durch das sofortige Eingreifen mehrerer Dutzend Polizeibeamter verhindert werden. Nur durch einen Großeinsatz konnte die Polizei die insgesamt 28 Personen vorläufig festnehmen.

Im Prozess hat jetzt ein angeklagter 19-Jähriger eingeräumt, den entscheidenden Messerstich keineswegs in Notwehr oder bei einem Unfall gesetzt zu haben. Vor dem Landgericht sagte er, er habe in jener August-Nacht des vergangenen Jahres nach einem Streit in der Innenstadt bewusst auf den Oberkörper seines zwei Jahre älteren Widersachers eingestochen. Bislang hatte er dies bestritten.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm einen zumindest bedingten Tötungsvorsatz vor. Wer auf den Oberbauch eines Menschen ziele, müsse wissen, dass er möglicherweise lebensgefährliche Verletzungen verursache. Durch das erweiterte Geständnis könnte der Prozess vor der Jugendstrafkammer schneller zum Abschluss kommen. Fünf ursprünglich geladene Zeuginnen würden jetzt nicht mehr benötigt, sagte der Richter.

ron/dpa

Quelle: op-online.de

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