Großrazzia bei Rockern in der Region

Darmstadt/Offenbach ‐ 23 Festnahmen, davon zwei mit Haftbefehl, Waffen- und Dynamitfunde und die Beschlagnahmung zahlreicher Unterlagen sind das Ergebnis einer Razzia in der Nacht zum Mittwoch gegen die Rockergruppe „Hells Angels“. Von Petra Wettlaufer-Pohl und Ralf Enders

Laut Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU) war es die größte Polizeiaktion dieser Art, die es je gegeben habe: Mit 2 020 Polizeibeamten aus der ganzen Republik, darunter auch der GSG 9, hat die Polizei unter Einsatzleitung der Hessen um Punkt 4 Uhr 55 Wohnungen, Bordelle und Clubhäuser der Rocker im Rhein-Main- und im Rhein-Neckar-Gebiet durchsucht.

Zehn der Objekte befinden sich dem Sprecher der Darmstädter Staatsanwaltschaft, Sebastian Zwiebel, zufolge in der Stadt Offenbach und im Kreis Offenbach, unter anderem in Dietzenbach und Rödermark.

Verprügelt von den Höllenengeln

Die Razzia ging zurück auf den Überfall von „Hells Angels“ auf ein Fest des mit ihnen verfeindeten Clubs „Black Souls“ im Juni an einer Grillhütte in Roßdorf bei Dieburg. Die beiden verhafteten Männer sollen mit etwa 50 anderen „Höllenengeln“ die Feiernden brutal verprügelt und ausgeraubt haben.

Im März war bei Durchsuchungen im Rocker-Milieu in Rheinland-Pfalz ein Polizist von einem „Hells Angel“ erschossen worden. Der 44-Jährige ist wegen Mordes angeklagt. Das Bundeskriminalamt schätzt die Zahl der kriminellenRockerbanden in Deutschland auf etwa 90. Viele betreiben Drogen- und Menschenhandel sowie Prostitution im In- und Ausland.

Quelle: op-online.de

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