Zwölfjähriger Kampf geht zu Ende

„Grie Soß“ künftig EU-weit unter besonderem Schutz

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Frankfurt - Die Frankfurter Spezialität „Grüne Soße“ steht künftig EU-weit unter besonderem Schutz. Damit geht ein jahrelanger Kampf des hessischen Gärtnereiverbands zu Ende.

Nach jahrelangem Kampf der Kräutergärtner steht die Frankfurter Spezialität "Grüne Soße" künftig EU-weit unter besonderem Schutz. Demnach dürfen nur noch bestimmte Kräutermischungen den Namen tragen, die unter anderem strenge geografische Vorgaben erfüllen, wie die EU-Kommission am Mittwoch mitteilte. Er habe seit zwölf Jahren um diese Entscheidung aus Brüssel gekämpft, sagte Thomas Södler vom hessischen Gärtnereiverband in Frankfurt spürbar erleichtert. "Uns wäre fast noch die Luft ausgegangen." Die "Grüne Soße" oder auch "Grie Soß" ist eine Mischung von sieben frischen Kräutern: Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Kresse, Pimpernelle, Borretsch und Sauerampfer. Laut EU-Verordnung müssen die Zutaten aus Frankfurt oder angrenzenden Kommunen stammen und mit der Hand zu einem Gebinde verarbeitet werden.

Auch andere hessische Spezialitäten wie Apfelwein und Handkäse stehen unter EU-Schutz. Laut Verbraucherschutzministerium sind die Vorgaben für die Bezeichnung "Odenwälder Frühstückskäse" besonders streng. Dass es bei der "Grie Soß" so lange gedauert hat, liegt nach den Worten von Södler unter anderem an bürokratischen Hürden. Papiere, die in Deutschland schon bearbeitet waren, passierten in der EU-Kommission erneut die Verwaltung. Da sich über die Jahre hinweg immer wieder Vorgaben änderten, mussten Anträge neu geschrieben werden. "Das ging an die Belastungsgrenze." Besonders schwer sei es gewesen, die Juristen davon zu überzeugen, dass die Kräutersoße ein traditionelles Produkt ist, erklärte Södler. Der Durchbruch kam, als die Frankfurter Gärtner zu persönlichen Gesprächen nach Brüssel reisten - mit "Grüner Soße" im Gepäck.

dpa

Quelle: op-online.de

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