Kommentar: Grundlagen sichern

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Petra Wettlaufer-Pohl

Die Hörsäle sind überfüllt, Vorlesungen werden per Videoleinwand übertragen, in Seminaren drängeln sich 150 Studierende. Wer vorlesen darf, was er erarbeitet hat, wird ausgelost. Das Ganze gerne morgens um sieben. Lustiges Studentenleben 2011.

Die Erleichterung darüber, den Hochschulabschluss noch unter anderen Bedingungen erworben zu haben, schwindet spätestens, wenn die eigenen Kinder sich anschicken zu studieren. Denn denen nützt es wenig, dass es noch nie so viel Geld gab für die Unis wie heute, wie die zuständige Ministerin gerne sagt. Sie müssen feststellen, dass es in vielen Fächern kaum möglich ist, etwas zu lernen.

Es hilft nichts: Wer ständig von Wissensgesellschaft, Wettbewerb und Exzellenzinitiativen redet, muss erst einmal dafür sorgen, dass auch die Grundfinanzierung steht. Personal abbauen können die Unis wohl kaum, wenn ihnen die Studenten die Tür einrennen. Deren Zahl zu verringern, wäre für die Wissensgesellschaft wohl die schlechteste Lösung.

Quelle: op-online.de

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