Grundschulen büffeln für bessere Note

Offenbach (psh) - Nach einem neuen Bundesländervergleich sind Hessens Grundschulen nur Mittelmaß, in Mathe sogar schlechter. Kultusministerin Nicola Beer setzt nun vor allem auf eine bessere Ausbildung der Lehrer an Grundschulen.

Grundschullehrer im Rhein-Main-Gebiet wollen bessere Voraussetzungen, um für eine gute Note büffeln zu können. Edeltraud Trinowitz von der Fachgruppe Grundschulen der Lehrergewerkschaft GEW-Hessen forderte mehr Geld, das „in den elementaren und primären Bildungsbereich investiert werden muss, wenn wir bessere Ergebnisse im Ländervergleich erreichen wollen“. Nach ihren Angaben wachsen die Lasten für Grundschullehrer von Jahr zu Jahr - unter anderem durch das ständige Fortschreiben des Schulprogramms, durch Förderpläne für eine weiter anwachsende Zahl von schwierigen Kindern. „Die Vorbereitung für einen guten Unterricht kann häufig nur am Rande geschehen“, berichtete die Pädagogin aus Rodgau. Ähnlich äußerte sich Günter Kaspar, Leiter der Waldschule in Obertshausen-Hausen. Nicht nur die nötigen Materialressourcen, die einen veränderten Unterricht erst ermöglichten, seien Voraussetzung für eine bessere Unterrichtsqualität, sagte er: „Lehrkräfte benötigen zusätzliche Zeitfenster für Fortbildung und die anschließende Formulierung des eigenen schulischen Lehrplans.“

Mathematik gehört in Bayern zur Ausbildung

Ministerin Beer will die Pädagogen besser schulen. In Bayern gehöre Mathematik seit 30 Jahren zur Ausbildung der Grundschullehrer, in Hessen kämen jetzt die ersten Studenten mit Pflichtfach Mathe ins Referendariat.

Kritisch sieht die FDP-Politikerin den Vergleich zwischen Bundesländern in der Bildungsstudie. Hessen sei in mancher Hinsicht „schwierig mit anderen Bundesländern vergleichbar“, sagte Beer. Die Lage in Frankfurt, Offenbach oder der Kasseler Nordstadt sei „gerade mit Blick auf den Migrationshintergrund“ nicht mit ländlichen Regionen in Bayern oder Sachsen zu vergleichen. Sinnvoller sei es, bestimmte Regionen mit ähnlicher Bevölkerungsstruktur miteinander zu vergleichen.

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Für den ersten rein innerdeutschen Leistungsvergleich unter Grundschulen waren 2011 mehr als 30 000 Viertklässler an rund 1300 Grund- und Förderschulen in ganz Deutschland getestet worden. Resultat der von der Kultusministerkonferenz vorgestellten Studie aus hessischer Sicht: In keiner der drei getesteten Disziplinen Lesen, Rechnen und Zuhören gehört Hessen zur Spitzengruppe. In Mathe erreichen Hessens Viertklässler 484 Punkte, sie liegen damit deutlich unter dem Mittelwert von 500. Schlechter schneiden beim Rechnen nur die Schulen in Hamburg (470), Bremen (452) und Berlin (451) ab. Beim Lesen kommt Hessen auf 493 Punkte, das sind genauso viele wie Rheinland-Pfalz, aber weniger als alle anderen Flächenländer.

Quelle: op-online.de

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