Grundschulen in Hessen auf neuen Wegen

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Grundschulen in der Region (so in Obertshausen: Wald- und Sonnentauschule) führen nach den Sommerferien die „Flexible Eingangsstufe“ (Flex) ein.

Offenbach ‐ Es soll sich zum Erfolgsmodell einer umfassenden Reform zu Einschulungspraxis und Anfangsunterricht entwickeln: Grundschulen in der Region (so in Obertshausen: Wald- und Sonnentauschule) führen nach den Sommerferien die „Flexible Eingangsstufe“ (Flex) ein. Von Peter Schulte-Holtey

„Sie soll eine Antwort auf das immer weiter auseinandergehende Leistungsvermögen der Kinder im ersten Schuljahr sein, beendet die strikte ,Kannkinder regelung', ermöglicht sogar unter Umständen einen Schulstart zum 1.   Februar“, berichtet Günter Kaspar, Leiter der Waldschule in Obertshausen. Ziel des Bausteins im umfassenden Schulprojekt „Begabungsgerechte Schule“: Mädchen und Jungen sollen leichtfüßiger den Schritt aus dem Kindergarten auf das Schulgelände wagen. So sollen auch die zunächst als leistungsschwächer geltenden Kinder mit der neuen, jahrgangsübergreifenden Grundschule gute Karten haben. Je nach persönlichem Entwicklungsstand und Lerntempo  durchlaufen  sie die bislang vierjährige Grundschulzeit in drei bis fünf Jahren.

Wichtige Änderungen: Die Schüler werden derzeit jahrgangsbezogen in Klassen verteilt. In Zukunft sollen sie in den ersten Schuljahren in Lerngruppen unterrichtet werden. Den Schulen bzw. Lerngruppen werden mehr Lehrer und mehr Sozialpädagogen zur Verfügung gestellt. Es wird keine Noten geben, dafür aber regelmäßige Lernstandsgespräche zwischen Schülern, Lehrern und Eltern. Ziel: Qualifizierung für die Klassen drei und vier.

Negativen Auswirkungen zu früher Einschulung belegt

Ein entscheidender Vorteil der neuen jahrgangsübergreifenden Schuleingangsphase ist nach Angaben von Pädagogen: Die Kinder bleiben in festen Gruppen. Weder überspringen sie einzeln eine Klasse, wenn sie besonders schnell lernen, noch bleiben sie alleine sitzen, wenn ihr Lerntempo langsamer ist. Auf diese Art werde das Kind weder belastet durch „das Stigma, ein Lernversager zu sein“ noch durch die Neuorientierung in einer fremden Klasse. Ähnliche „Flex“-Modelle gibt es bereits an Schulen in Neu-Isenburg, Hainburg, Dreieich und Offenbach.

Die negativen Auswirkungen einer zu frühen Einschulung im herkömmlichen Schulsystem sind jetzt in einer umfangreichen Studie belegt worden.

Quelle: op-online.de

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