Grundstein für Historisches Museum gelegt

Frankfurt einst und jetzt

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Aus dieser Baugrube zwischen Alter Nikolaikirche und den bereits restaurierten Gebäudeteilen des Historischen Museums soll bis zum Frühjahr 2017 auf dem Frankfurter Römerberg die neue Ausstellungshalle des Stadtmuseums emporwachsen.

Frankfurt - „Eine Attraktion europäischen Ranges“, „ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Stadtreparatur“, „ein neuer Leuchtturm am nördlichen Museumsufer“ - an Begeisterung mangelte es nicht am Dienstagnachmittag im Historischen Museum der Stadt Frankfurt. Von Christian Riethmüller

Die Zuschreibungen gelten einem Gebäude, das bisher nur auf Plänen und Computeranimationen existiert. Gestern ist für den Neubau des Historischen Museums auf dem Römerberg der Grundstein gelegt und von Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne) und Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) eine kupferne Gedenkkartusche versenkt worden. Wo derzeit noch eine große Baugrube zwischen Alter Nikolaikirche und den bereits restaurierten historischen Museumsbauten am Mainufer klafft, soll bereits im Herbst des nächsten Jahres Richtfest gefeiert werden, kündigte Museumsdirektor Jan Gerchow an. Ende 2015 soll der Rohbau stehen und nach dem abschließenden Innenausbau das neue Historische Museum im Frühjahr 2017 eröffnet werden.

52,7 Millionen Euro sind für den Neubau veranschlagt, den das Stuttgarter Architektur-Büro Lederer Ragnarsdóttir Oei entworfen hat. „Das sind schwäbische, isländische und schwedische Schwaben. Die wissen, wie man spart“, war Gerchow gestern überzeugt, dass die Baukosten im von der Stadt genehmigten Rahmen bleiben werden. Außerdem sei wohl „kein zweiter archäologischer Sensationsfund“ zu erwarten, fügte der Museumschef lächelnd hinzu. Ein solcher Fund ist schließlich der Grund für die Verzögerung von anderthalb Jahren im ursprünglichen Bauplan, einige Umplanungen und auch wesentlich höhere Baukosten als ursprünglich angenommen. Im Mai 2012 hatten Bauarbeiter beim Aushub Reste der über 800 Jahre alten Hafenmauer aus der Stauferzeit entdeckt. Das nun freigelegte Mauerwerk aus dem Hochmittelalter wird eine der Attraktionen des neuen Museums sein, das in seinem Gebäudeensemble aus verschiedenen Epochen (vom 12. bis zum 21. Jahrhundert) gleichsam durch die über 1200 Jahre alte Geschichte der Stadt führen will. Die beiden Dauerausstellungen „Frankfurt Einst?“ und „Frankfurt Jetzt!“ sollen sowohl den Menschen in Frankfurt und der Rhein-Main-Region als auch den vielen Touristen Vergangenheit und Gegenwart der Stadt nahebringen.

Mit dem neuen Museums bau, der aus regionalen Materialien wie Mainsandstein und Naturschiefer errichtet wird, stehen dem Historischen Museum künftig 3000 Quadratmeter Fläche für ständige Präsentationen und 1000 Quadratmeter Fläche für Wechselausstellungen zur Verfügung. Insgesamt verfügt das Museum dann in Stauferbau, Bernusbau, Burnitzbau und neuer Ausstellungshalle über 6000 Quadratmeter Schaufläche.

Quelle: op-online.de

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