„Gut“ für Dieburger Fahrschüler

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Nach einer Statistik des TÜV Hessen sind  die Dieburger die besten Fahranfänger in Hessen.

Offenbach/Frankfurt - Die Dieburger können stolz sein: Nach einer Statistik des TÜV Hessen fallen dort nur 13 Prozent der Fahrschüler bei der praktischen Führerscheinprüfung durch. Das wird nur noch in Erbach und Michelstadt mit 12 Prozent getoppt. Von Siegfried J. Michel

Im Hessenvergleich sieht die Lage für die Hanauer, Frankfurter und Offenbacher da weit schlechter aus. In Hanau rasselten laut dem TÜV im vergangenen Jahr 27 Prozent durch die Prüfung, in Frankfurt waren es 26 Prozent. Hessenweit sind die Fahrschüler aus den beiden Städten damit die schlechtesten. Noch im Mittelfeld liegen bei der Praxis die Offenbacher mit einer „Nicht-Bestanden-Quote“ von 18 Prozent. Doch keine Praxis ohne Theorie. In diesem Prüfungsteil liegen die Offenbacher und Hanauer mit Durchfallquote von 30 Prozent in Hessen auf den letzten Plätzen. Nicht viel besser die Frankfurter: 2008 fielen dort satte 29 Prozent durch die Theorieprüfung. Musterschüler im Rhein-Main-Gebiet aber wieder die Dieburger, wo nur 22 Prozent an den Fragen scheiterten. Spitzenreiter aber waren die Prüflinge aus Hofgeismar, wo die Quote nur bei 19 Prozent lag.

Hessen im Ländervergleich am besten

Frustriert müssen die Fahrschüler in der Region und Hessen ob dieser Zahlen aber nicht sein. Denn im Ländervergleich schneiden die hessischen Fahranfänger spitze ab: In keinem Bundesland fallen weniger Fahrschüler durch die theoretische und praktische Prüfung, ergab eine Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) für 2008: In Hessen versagte nur jeder Fünfte (19,8 Prozent) bei der Theorie. Sachsen-Anhalt liegt auf dem letzten Platz, dort rasselte fast jeder Zweite (44,4 Prozent) durch den theoretischen Teil der Prüfung. Besonders erfolgreich schließen Fahranfänger in Hessen auch die praktische Prüfung ab. Drei von vier Probanden bestehen (Durchfallquote: 19,8 Prozent). Die meisten Praxis-Versager gab es 2008 laut der KBA-Statistik in Hamburg mit 41 Prozent.

Woran aber könnte es liegen, dass die Fahrschüler in der Region in den Städten mieser abschneiden als die aus dem ländlich Südhessen? Für den TÜV Hessen liegen die Ursachen für die schlechteren Werte schlichtweg im weit höheren Verkehrsaufkommen in den Städten. Wo mehr Autos herumfahren, würden auch mehr Fehler gemacht. Prinzipiell sei es anspruchsvoller etwa in Frankfurt den Führerschein zu machen als auf dem Land, sagte TÜV-Sprecher Ralf Göthling auf Anfrage unserer Zeitung.

Fahrbedingungen in der Stadt schwieriger

Der Fahrlehrerverband Hessen sieht keinen Ausbildungsmangel als Grund für das schlechtere Abschneiden der Fahrschüler in Hanau, Frankfurt oder Offenbach. Gegenüber hr-online meinte ein Sprecher, Schüler und Lehrer seien z.B. in Frankfurt auch nicht schlechter als in anderen Teilen Hessens. Die Bedingungen in einer Stadt seien einfach viel schwerer. Auch Ulrich Urban, der beim Fahrlehrerverband Hessen für den Bezirk Offenbach/Dieburg zuständig ist, erklärte, für die Schüler in Ballungsräumen sei das Risiko, während der praktischen Prüfung einen Fehler zu machen, einfach höher als in ländlich strukturierten Gebieten.

Kommt der Führerschein deshalb auf dem Land billiger als in der Stadt? Nein, sagt dazu Urban. Letztlich sei der Preis eine Sache von Angebot und Nachfrage, der Wettbewerb sei ausschlaggebend. Die durchschnittlichen Kosten für einen Pkw-Führerschein bezifferte der Bezirksvorsitzende auf etwa 1500 Euro. Es komme dabei aber natürlich immer darauf an, wie gut ein Schüler mit dem Fahrzeug und der Theorie klarkomme. Das schwächere Abschneiden der Städter in der Theorieprüfung, mutmaßt Urban, könnte möglicherweise durch sprachliche Probleme kommen, da es in den genannten Städten wohl mehr Fahrschüler gebe, die einen Migrationshintergrund hätten.

Quelle: op-online.de

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