Gute Aussichten für Hessen

Wiesbaden (ku) ‐ Die hessische Regierung zeigt sich zuversichtlich für die langfristige konjunkturelle Entwicklung des Landes, allerdings wird die Wirtschaft einer Studie zufolge erst 2014 das Niveau von der Zeit vor der Rezession erreichen.

Hessen habe allen Grund optimistisch auf die Entwicklung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt bis zum Jahr 2030 zu blicken, erklärte der hessische Wirtschaftsminister Dieter Posch gestern in Wiesbaden bei der Vorstellung einer von der Hessen Agentur erarbeiteten Untersuchung. „Hessen wird auch in Zukunft deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegen.“

Es sei davon auszugehen, dass der Wachstumseinbruch von 4,3 Prozent auf Grund der Wirtschafts- und Finanzkrise wieder vollständig ausgeglichen werde. „Ab dem Jahr 2014 wird außerdem wieder das Niveau des realen Bruttoinlandsproduktes des Jahres 2008 erreicht werden.“ Selbst in der Wirtschaftskrise habe die Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main entgegen dem rückläufigen Trend auf Bundesebene beziehungsweise in den anderen alten Ländern ein Beschäftigungsplus erzielt.

Wirtschaftswachstum in Mittel- und Nordhessen stärker als in Südhessen 

Posch erläuterte weiter: „Die hessische Wirtschaftskraft wird auch zukünftig in starkem Maße durch das Rhein-Main-Gebiet dominiert. Die übrigen Landesteile haben inzwischen ein höheres Entwicklungstempo erreicht und gut aufgeschlossen.“ Der Minister berichtete, dass die Wirtschaft in Mittel- und Nordhessen in den vergangenen Jahren stärker als in Südhessen gewachsen sei.

Darin schlage sich der Erfolg der hessischen Regionalpolitik nieder, die darauf ausgerichtet sei, Mittel- und Nordhessen an das im nationalen wie internationalen Vergleich hohe Wirtschaftsniveau des Rhein-Main-Gebiets heranzuführen. „Der relative Wachstumsvorsprung Mittel- und Nordhessens der letzten Jahre beruht insbesondere auf einer dynamischen Industrie und auf Nachholeffekten gegenüber Südhessen.“ Starke Impulse seien dabei in Mittel- und Nordhessen unter anderem von der Medizintechnik, Logistik sowie der regenerativen Energie ausgegangen.

„Insgesamt wird nach den Vorausschätzungen erwartet, dass die Wirtschaftsleistung in Nordhessen im Jahre 2030 real um 25 Prozent über dem Ausgangsniveau von 2008 liegt“, erklärte Posch. Für Mittelhessen sei ein Zuwachs von 24 Prozent zu erwarten. „Die südhessische Region erreicht im gleichen Zeitraum voraussichtlich einen Anstieg von rund 20 Prozent.“ Der Süden Hessens habe nach wie vor im Bundesvergleich „ein weit überdurchschnittliches Niveau des Bruttoinlandsprodukts pro Kopf und pro Erwerbstätigem - das höchste aller Flächenländer“.

Abflachung der allgemeinen Wachstumskräfte zu erwarten

Die Wirtschaftsleistung pro Erwerbstätigem liegt in Südhessen mit 68.000 Euro um fast ein Viertel über den Bundesdurchschnitt, erläuterte Posch. „Dank dieses hohen Ausgangsniveaus wird die Arbeitsproduktivität in Südhessen und Hessen selbst bei niedrigeren Wachstumsraten einen größeren absoluten Zuwachs bis zum Jahr 2030 aufweisen als die meisten Regionen Deutschlands.“

Allerdings sei etwa ab 2020 aus demografischen Gründen deutschlandweit eine „Abflachung der allgemeinen Wachstumskräfte zu erwarten“. Dann nämlich - so Posch - werden die geburtenstarken Jahrgänge aus den fünfziger und sechziger Jahren vermehrt aus der Erwerbstätigkeit ausscheiden.

Die Studie ist unter der Homepage der Hessen Agentur nachzulesen. 

Wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit sind nach den Worten des Wirtschaftsministers Netzwerke und sogenannte Cluster. Die „Kooperationsstrukturen erzeugen Vertrauen und erleichtern den wichtigen Zugriff auf die für Innovationen erforderlichen Ressourcen und das notwendige Knowhow“. Dabei ragten in Südhessen die Cluster „Finanzwirtschaft“ und „Dienstleistungen für Unternehmen“ heraus.

Quelle: op-online.de

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