Jede dritte Schule kehrt zurück

Gymnasien auf Rückweg zu G9

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Wiesbaden/Frankfurt - Fast jedes dritte Gymnasium in Frankfurt kehrt im neuen Schuljahr zum neunjährigen Weg bis zum Abitur (G9) zurück. Insgesamt sind es in Frankfurt 5 von 16 Gymnasien, die zu G9 zurückkehren.

Dazu kommen noch 2 kooperative Gesamtschulen, wie Landesschulamt und Stadtschulamt berichteten.

Knapp 40 Prozent der Eltern, deren Kinder nach den Sommerferien in eine fünfte Gymnasialklasse wechseln, haben sich demnach G9 gewünscht. Ein Doppelangebot von G8/G9 gibt es an keiner Frankfurter Schule. Schuldezernentin Sarah Sorge (Grüne) unterstützt die Gymnasien, die zu G9 zurückwollen, auch wenn es dadurch in manchen Schulen sehr eng wird, weil Räume fehlen. Sie kritisierte jedoch, „dass das Kultusministerium die G9-Reform wie auch die Reform der Reform nicht gründlich geplant und den Schulen wie auch den Schulträgern kaum Zeit zur Vorbereitung gelassen hat“. Dessen ungeachtet werde die Frankfurter Schullandschaft durch die Rückkehrmöglichkeit noch erweitert.

Beer erwartet Abflauen des Streits

Die hessische Kultusministerin Nicola Beer (FDP) erwartet ein Abflauen des Streits über die kürzere oder längere Gymnasialzeit. Zum kommenden Schuljahr werden insgesamt 39 Gymnasien zu G9 zurückkehren, 11 wollen in einem Schulversuch beide Bildungsgänge anbieten. „Die Diskussion kann jetzt in einem ruhigeren Rahmen geführt werden“, sagte Beer der Nachrichtenagentur dpa in Wiesbaden.

Dagegen machen Elternbeiräte und Initiativen Druck, dass 2014 weitere Gymnasien zum Abitur nach 13 Schuljahren zurückkehren. Noch gebe es nicht überall G9-Angebote - zum Beispiel in Wiesbaden. Sie bleiben bei der Forderung, dass auch die derzeitigen fünften und sechsten Klassen gewissermaßen nachträglich zu G9 zurückkehren dürfen. Das lehnt die Landesregierung ab. Für die laufenden Jahrgänge gelte ein Bestandsschutz der Schulform.

„Die einen artikulieren sich sehr lautstark“, sagte Beer über die G9-Befürworter. Doch es gebe auch Eltern, die entschieden an der kürzeren Gymnasialzeit festhalten wollten. Bis September können sich ihren Angaben nach weitere Schulen für den Versuch mit beiden Bildungsgängen melden. Zur Situation in Wiesbaden sagte Beer, auch dort sei ein Abitur nach 13 Jahren möglich über die Integrierten Gesamtschulen und Oberstufengymnasien. J dpa

Quelle: op-online.de

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