„Härter gegen Ekel-Küchen vorgehen“

Offenbach (psh) ‐ Hessens Verbraucherschutzministerin Lucia Puttrich in Bedrängnis: Verbraucherschützer und Oppositionsparteien fordern ein wesentlich härteres Vorgehen gegen Schmuddel-Restaurants und Imitate-Betrug.

Die SPD fordert, das bewährte dänische Smiley-System in Hessen verpflichtend einzuführen. Dabei geht es um Plaketten, auf denen Kunden klar sehen können, ob es in dem Restaurant oder Imbiss mit der Hygiene hapert oder nicht. SPD-Fraktionssprecherin Petra Fuhrmann: „Die Untersuchungsresultate der Lebensmittelkontrollen aller Gastronomiebetriebe und Lebensmittel verarbeitenden Betriebe müssen veröffentlicht werden, und zwar im Internet und im Betrieb selbst.“

Fuhrmann zufolge werden in Hessen jede Woche im Schnitt 60 Verstöße und hunderte Mängel gegen Hygiene-, Gesundheits- und Deklarationsvorschriften fest gestellt. Laut Fuhrmann wurden zuletzt lediglich 41 Prozent der Betriebe kontrolliert. SPD und Grüne fordern, die Zahl der Prüfer aufzustocken, damit jeder Betrieb wie in Dänemark üblich mindestens einmal im Jahr unter die Lupe komme.

Kontrolleure stellen jede Woche 60 Verstöße fest

Erheblich mehr Überprüfungen verlangt auch die Verbraucherzentrale Hessen. Ernährungsexpertin Andrea Schauff: „Nur die Veröffentlichung sowohl positiver als auch negativer Kontrollergebnisse der Lebensmittelüberwachung schafft für den Verbraucher Transparenz auf einen Blick und Anreiz für Gastronomiebetriebe, sauber zu arbeiten; denn keiner will am Pranger stehen.“ Hinzu komme, dass das Versprechen des Verbraucherinformationsgesetzes an die Verbraucher ohnehin eingelöst werden müsse. Schauff: „Die Lebensmittelüberwachungsbehörden müssen Verbraucher von sich aus über Verstöße gegen das Lebensmittelrecht informieren.“

Verbraucherschutzministerin Puttrich plädiert derzeit auf der Konferenz der Verbraucherminister für eine bundeseinheitliche Regelung beim Smiley-System. „Ich setze immer erst auf Freiwilligkeit vor gesetzlichen Verpflichtungen“, wird sie zitiert. „Deshalb wäre es mir lieb, wenn wir mit einer freiwilligen Selbstverpflichtung arbeiten könnten.“ Anstatt einer Bekanntmachung durch die Lebensmittelüberwachungsbehörden solle geprüft werden, inwieweit die Veröffentlichung von Hygienezuständen durch die Betriebe erfolgen könne.

Quelle: op-online.de

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