Häusliche Gewalt immer häufiger angezeigt

Frankfurt - Gewalt unter Familienangehörigen und Lebenspartnern spielt bei der Arbeit der Strafverfolgungsbehörden eine immer größere Rolle. Das ergibt sich aus einer Untersuchung der Amtsanwaltschaft in Frankfurt.

Danach wurden alleine im vergangenen Jahr 2482 Fälle aktenkundig, bei denen es zu Übergriffen auf Angehörige kam. Im Jahr 2010 lag die Zahl noch bei 1973. Im Jahr 1998, als bei der Amtsanwaltschaft ein Sonderdezernat für diese Delikte eingerichtet worden war, wurden nur 400 Fälle gezählt.

Das Ansteigen der Zahlen heiße jedoch nicht, dass die häusliche Gewalt zugenommen habe, erklärte Oberstaatsanwältin Ursula Gebert-Saltani. „Das Dunkelfeld in diesem Kriminalitätsbereich wird aber zunehmend erhellt.“

Gerade die jüngeren Opfer würden die körperlichen Übergriffe ihres Partners schneller zu einer Anzeige bei der Polizei bringen. Die weitaus meisten Täter seien Männer. Nur in 15 Prozent der Fälle seien sie die Opfer. Nur knapp ein Viertel der Verfahren endet nach Angaben der Oberstaatsanwältin mit einer Anklage oder einem Strafbefehl gegen den Täter. Fast die Hälfte der Fälle werde ohne weitere Konsequenzen eingestellt.

dpa

Quelle: op-online.de

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