Haftstrafe: Freundin mit Stromschlag getötet

Kassel - Das Landgericht in Kassel hat einen jungen Mann zu einer Haftstrafe verurteilt. Der heute 19-Jährige hatte im vergangenen Jahr seine Freundin getötet.

Weil er seiner badenden Ex-Freundin einen Heizlüfter in die Wanne geworfen und sie damit umgebracht hat, ist ein 19 Jahre alter Mann wegen Totschlags zu siebeneinhalb Jahren Jugendstrafe verurteilt worden. „Es war kein Versehen, sondern eine bewusste Handlung aus Wut und Verärgerung“, sagte der Vorsitzende Richter des Landgerichts Kassel in der Urteilsbegründung. Die 19-Jährige war nach der Tat im Mai 2010 an dem Stromschlag gestorben.

Die Leiche der Frau wurde erst drei Monate nach ihrem Tod in der Wohnung gefunden. Der Ex-Freund hatte in der Zeit noch in den Räumen gelebt. Er hatte die Leiche bedeckt und Reinigungsmittel gegen den Geruch in die Wanne gegeben. Das Urteil nahm er ohne sichtbare Regung auf. Der 19-Jährige wurde zudem wegen Betruges, Unterschlagung und Urkundenfälschung verurteilt, da er sich nach der Tat vom Konto der Frau bedient hatte.

Die Anklage hatte neun Jahre Jugendstrafe wegen Mordes gefordert. Der Richter jedoch sagte, der Angeklagte habe die Tat nicht geplant, sondern aus einer „affektiven Erregung“ gehandelt. Die Verteidigung hatte auf fahrlässige Tötung plädiert und eine Strafe von nicht mehr als drei Jahren beantragt. Die Verteidigerin kündigte nach dem Urteil an, Revision einzulegen. „Ich halte das Strafmaß für zu hoch und gehe weiter von einem Unfall aus“, betonte sie.

dpa

Quelle: op-online.de

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