SPD nominiert Bundestagskandidaten

Hagelstein folgt Zapf

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Dirk Gene Hagelstein tritt in die Fußstapfen von Uta Zapf (oben), Tuna Firat, Nadine Gersberg (Mitte) und Sigrid Hermann-Marschall kommen nicht zum Zuge.

Offenbach - Ein eloquenter Strahlemann soll Christdemokrat Peter Wichtel nicht nur das Fürchten lehren, sondern ihm im Herbst 2013 auch das Direktmandat für den Deutschen Bundestag wegschnappen. Von Thomas Kirstein

Die Sozialdemokraten des Wahlkreises 185 nominierten im Bürgerhaus Rumpenheim Dirk Gene Hagelstein zum Kandidaten und Hoffnungsträger. Er folgt auf Uta Zapf. Die 71-Jährige aus Dreieich, 1998 und 2002 direkt gewählt, 2005 und 2009 über die hessische Landesliste nach Berlin gekommen, tritt nicht mehr an.

Hagelstein, Neu-Isenburger Stadtverordneter und stellvertretender Vorsitzender der Kreis-SPD, gewann im Offenbacher Stadtteil die Mehrheit der 118 Delegierten aus der Stadt, Dietzenbach, Dreieich, Egelsbach, Heusenstamm, Langen, Mühlheim, Neu-Isenburg und Obertshausen. Im zweiten Wahlgang stimmten 64 (im ersten 46) für den 45-jährigen Finanzangestellten, 52 (im ersten 41) für die Offenbacher SPD-Vize und Fraktionsgeschäftsführerin Nadine Gersberg (34).

Nach dem ersten Votum hatten der Kreisausländerbeiratsvorsitzende Tuna Firat (24 Stimmen) aus Neu-Isenburg und die Offenbacher SPD-Schriftführerin Sigrid Hermann-Marschall (fünf Stimmen) verzichtet. Für die beiden Bewerberinnen aus der Stadt zahlte sich weder der Heimvorteil noch das Engagement etlicher Genossen aus, auch wenn sie zunächst mehr als die 36 eigenen Delegiertenstimmen auf sich vereinen konnten.

Beifall nach einer 15-minütigen Vorstellung

Der letztlich erfolgreiche Westkreis-Genosse mit Rufnamen Gene warb wohl, gemessen am Beifall nach seiner 15-minütigen Vorstellung, am überzeugendsten für sich. Hagelstein, in eingetragener Partnerschaft lebend, bediente geschickt viele gesellschaftliche Gruppen, brachte seine Positionen zu Arbeitsmarkt, Sozialem, Energiewende, Flughafen, Europa und Kommunalem knapp auf den jeweiligen Punkt, sparte dabei nicht mit Emotionalem und Persönlichem: zum Einstieg Erinnerungen an die arme, aber fürsorgliche Mutter, das frühe Engagement gegen Aids, die Betriebsratskämpfe um soziale Abfederung von Kollegen, das Bekenntnis als leidenschaftlicher Vereinsmeier.

Nach der Nominierung nahm Gene Hagelstein sichtlich berührt die Glückwünsche entgegen und gab sich überzeugt, dem CDU-Mann Wichtel die Stimmenmehrheit im Wahlkreis 185 abnehmen zu können. Die 40,2 Prozent der 221.180 Wahlberechtigten müssten zu knacken sein. 2009 erreichte die SPD 28,8 Prozent Erststimmen.

Quelle: op-online.de

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