Frankfurt lockt etwas weniger Besucher an, steht bei den Übernachtungen 2009 aber gut da

Halbwegs solide Gästezahlen

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Frankfurt ist nach wie vor ein klassisches Ziel für Geschäftsreisen. Doch auch für Privattouristen haben die Mainmetropole und ihr Umland viel zu bieten.

Frankfurt ‐ Viele Besucher aus Deutschland, weniger Gäste aus Übersee: Der Blick auf die offizielle Gäste- und Übernachtungsstatistik 2009 für die Stadt Frankfurt bestätigt den Trend zu Städtereisen, zeigt aber auch die Auswirkungen der internationalen Finanzkrise auf das Hotel- und Gaststättengewerbe. Von Christian Riethmüller

Die gegenläufigen Entwicklungen gleichen sich in der Summe aber einigermaßen aus, weshalb der Frankfurter Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) und der Geschäftsführer der Tourismus+Congress GmbH Frankfurt (TCF), Thomas Feda, gestern bei der Präsentation des Zahlenwerks auch kein Trübsal blasen mussten. Mit insgesamt fast 3,22 Millionen Gästen habe Frankfurt im Vergleich zum Vorjahr zwar ein Minus von 3,98 Prozent gemacht, doch weil die Gäste länger in der Stadt verweilten, fällt das Minus bei den Übernachtungen mit 1,5 Prozent sehr moderat aus. Insgesamt 5 347 374 Übernachtungen konnte die Frankfurter Hotellerie im Jahr 2009 verzeichnen. Die Gäste verteilten sich den Angaben zufolge über 228 Hotels und Pensionen. Die Statistik berücksichtigt dabei nur Häuser mit mindestens neun Betten. Die Übernachtungszahlen kleinerer Betriebe und von Anbietern von Fremdenzimmern tauchen deshalb in der Übersicht nicht auf.

Obwohl die Gäste und Übernachtungszahlen im vergangenen Jahr im Ganzen zurückgegangen sind, seien bei detaillierterer Betrachtung sogar einige Rekordzahlen zu vermelden, führten Frank und Feda aus. Auf die 1 816 069 inländischen Gäste entfielen 3 002 529 Übernachtungen, was nicht nur einem Plus von 3,06 Prozent entspräche. Erstmals überhaupt sei die Drei-Millionen-Grenze überschritten worden, freute sich Thomas Feda, der damit die Entscheidung der TCF bestätigt sah, verstärkt in Deutschland bei Privattouristen zu werben. Als Zugpferd habe sich dabei nicht nur eine Institution wie der Weihnachtsmarkt erwiesen. Immer wichtiger werde der Kultur-Tourismus, was gerade erst die phänomenalen Besucherzahlen bei der Botticelli-Ausstellung im Städel Museum gezeigt hätten. Ähnlichen Andrang erhoffen sich die Touristiker bei der Ernst Ludwig Kirchner-Retrospektive, die ab Ende April im Städel Museum zu sehen sein wird.

Frankfurt ist aber nicht auf dem Weg zum Main-Florenz, sondern weiterhin in erster Linie Ziel von Geschäftsreisen, die der guten Verkehrsanbindung wegen aber nicht mehr mit Übernachtungen einhergehen müssen. Es sei ein Trend zu eintägigen Kongressen festzustellen, berichtete Feda, der dieses und nächstes Jahr übrigens mit einem höheren Etat die Werbetrommel für die Stadt rühren kann. Im Doppelhaushalt 2010/2011 ist der städtische Zuschuss zur TCF erstmals von 1,5 Millionen Euro auf drei Millionen Euro verdoppelt worden. Das Geld soll nach Fedas Angaben in erster Linie fürs Marketing verwendet werden, um vor allem ausländischen Gästen einen Besuch am Main schmackhaft zu machen.

Bei diesem Marketing im Ausland geht es nebenbei auch um die Rhein-Main-Region als attraktives Besuchsziel. Mit den Schönheiten des Rheingaus oder den Taunushängen lässt sich in Asien oder im arabischen Raum sowohl für Frankfurt als auch für das Umland der Stadt werben.

Für dieses Jahr erwarten Feda und Frank eine Belebung auf den ausländischen Märkten und rechnen mit einem Anstieg bei den Auslandsübernachtungen von zwei bis drei Prozent.

Quelle: op-online.de

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