Harte Töne im wilden Osten

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Gehören eigentlich längst auf die Mainstage: Walls of Jericho

30 000 Fans der härteren Gangart versammelten sich auf dem Löbnitzer Flugplatz am vergangenen Wochenende, um die 16. Auflage des With Full Force Festivals zu feiern und es war wie immer ein rauschendes Fest, diesmal jedoch überschattet von einem Todesfall. Von Marcus Egi

Schon in der Nacht auf Freitag starb eine 23-jährige in ihrem Zelt, nähere Angaben zur Todesursache konnten bisher nicht in Erfahrung gebracht werden.

Das Festival startete dennoch am Freitag unter strahlender Sonne, mit Mastodon, Dimmu Borgir und Soulfly standen äußerst beliebte und auch souverän aufspielende internationale Bands auf der Hauptbühne, während auf der Tent Stage, der Hardcore- und Metalcore-Nebenbühne immer wieder Perlen und Geheimtipps zu finden sind. So auch Maroon aus Nordhausen, die mit ihrem äußerst präzise gespielten Deathcore nicht zum ersten Mal in der Geschichte des Festivals die kleinere Bühne voll im Griff hatten.

Am Samstag gab es dann den ersten Ausfall zu vermelden, die Kölner Band Callejon konnte leider nicht auftreten, da ihr Drummer am Tag zuvor notoperiert werden mußte. Dennoch erschien die Restband vollzählig auf der Bühne, nahm den Gute-Besserungs-Chor aus geschätzten 2000 Kehlen auf Band auf und zeigte sich auch später noch Fan-kontaktfreundlich.

Skate-Mosher setzten Glanzpunkte

Mit den Suicidal Tendencies stand dann auf der Hauptbühne der erste richtige Kracher auf dem Programm.

Die Skate-Mosher um Mike Muir sprühten vor Spielfreude, dem quirligen und redefreudigen Sänger war der Spaß anzusehen und mit „You can´t bring me down“, „Send me your money“ und einem neuen Song waren einige Glanzpunkte spielend gesetzt, diese Band hätte gerne noch länger spielen können.

Die Ruhe vor dem Sturm.

Der W., ehemaliger Gitarrist der Böhsen Onkelz, hatte dann die undankbare Aufgabe, seine erste Solo-Scheibe auf der Main Stage zu supporten, während auf der Tent Stage die heimlichen Headliner des Samstags mit Walls of Jericho und Ihrer Frontfrau Candace Kucsulain zu Werke gingen.
„The American Dream“ ist das bisher eingängigste Album der Amerikaner , die Ihre unglaubliche Bühnenenergie unter anderem der wie ein Derwisch über die Bühne rasenden Sängerin verdanken, das Zelt war zum Bersten voll und Walls of Jericho durften sich zurecht feiern und noch einmal auf die Bühne rufen lassen!

Amon Amarth und Hatebreed hatten das Festivalpublikum dann wieder ganz für sich und legten auch beeindruckende Performances hin.

Breakdown-Kracher als Schlusspunkt

Gleiches galt auch für die am Sonntag auf der Tent Stage spielenden „The Sorrow“ aus Österreich. Zwar bekam Sänger Mätze nicht die geforderten „400 Croudsurfer“, dafür aber den Moshpit lässig in den Griff. Mätzes Frage „Wo sind die Ösis?“ lässt sich spätestens nach dem nächsten Album mit „Ganz oben“ beantworten.

Mehr Infos auf Der WFF-Homepage

Nach den spielfreudigen Parkway Drive, die ihren Breakdown-Kracher „Romance is dead“ als Schlusspunkt setzten und damit noch lange nachwirkten war es dann soweit: Das New-Orleans-Megastar-Monster Down gab sich auf der Hauptbühne die Ehre. Phil Anselmo erwies sich hierbei einmal mehr als charismatischer Bandleader, „Stone the crow“, „Lifer“ und „Bury me in smoke“ bewiesen die unglaubliche Dynamik der Band, bei letztgenanntem Song überliesen die Gitarristen Keenan und Windstein sogar mitten im Song ihre Gitarren den eigenen Roadies, ohne dass dies dem Flow einen Abbruch getan hätte.

Motörhead gaben den gewohnt knarzigen und eingespielten Headliner auf der Main Stage, die zu jeder Zeit gut besucht war und vor der es für die Security du Sanitätskräfte in diesem Jahr erfreulich wenig zu tun gab.

Alles in allem war es ein mindestens so gelungenes Festival wie die Jubiläumsausgabe im Vorjahr, die Vorfreude auf das 17. WFF stellt sich schon jetzt ein.

Quelle: op-online.de

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