Harte Zeiten für Obst und Wein

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Weniger als Obstbäume vom Klimawandel betroffen: die Eiche.

Linden - Was passiert mit der Pflanzenwelt vor unserer Haustür, wenn die Temperaturen steigen? Wissenschaftler der Universität Gießen und des Landesamtes für Umwelt und Geologie (HLUG) untersuchen das auf der Umweltbeobachtungs- und Klimafolgenforschungsstation in Linden.

Sie gehen davon aus, dass für Obstbäume und Riesling schwere Zeiten anbrechen. „Es wird wärmer, die Sommer trockener und die Winter feuchter“, sagte HLUG-Präsident Thomas Schmid. „In Südhessen werden wir Ende des Jahrhunderts mediterrane Verhältnisse haben.“ Die Rieslingtraube, die es nicht so warm mag, könnte daher Probleme bekommen, ebenso Obstbäume. Nach Erkenntnissen der Forscher wird die Blüte immer früher einsetzen. Nachtfrost hat dann größere Chancen, die Ernte zu zerstören.

Auf 4,5 Hektar Fläche ist unter anderem ein Kohlendioxid-Anreicherungsexperiment installiert. Es soll klären, welche Folgen mehr CO2 in der Atmosphäre hat. „Das Projekt eröffnet uns einen Blick in die Zukunft“, sagte die Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) in Linden.

Nach Angaben des Gießener Professors Christoph Müller läuft der Versuch seit 1998 und damit weltweit mit am längsten. Die Forscher fanden heraus, dass der Klimawandel mit einer erhöhten CO2-Konzentration in der Atmosphäre zwar das Pflanzenwachstum erhöhen kann. Gleichzeitig würden aber mehr Treibhausgase - etwa Methan oder Lachgas - aus dem Boden freigesetzt. Bei einem weiteren Projekt soll versucht werden, CO2 zu „verstecken“. Biokohle aus Pflanzenresten soll Kohlendioxid im Boden speichern und die Fruchtbarkeit fördern.

dpa

Quelle: op-online.de

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