Viele Fragen bleiben offen

Hassan Khan im Frankfurter MMK 3

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Dreiteiliger Paravent des ägyptischen Künstlers.

Frankfurt - Gleich am Eingang des MMK 3, einer Dependance des Frankfurter Museums für Moderne Kunst, empfängt den Besucher eine auf rhythmischem Händeklatschen basierende Melodie. Der ägyptische Künstler Hassan Khan, geboren 1975, ist auch als Musiker aktiv. Von Eugen El 

Die Soundinstallation gehört zu der „Flow My Tears, the Policeman Said“ betitelten Ausstellung von Khans Werken. In der Mitte des mit dunklem Backstein ausgekleideten Ausstellungsraums im ehemaligen Frankfurter Hauptzollamt sind auf einem mit Laminat versehenen Plateau unterschiedlich große Glasobjekte angeordnet, die an Gefäße oder an Lampenschirme erinnern. Das Glas der aus jeweils mehreren identischen Modulen zusammengesetzten Objekte ist mal durchsichtig, mal milchig-matt. Eine Bedeutungsebene lässt Hassan Khan in einem Begleittext offen. Vielmehr formuliert er Fragen.

Hassan Khan „Flow My Tears, the Policeman Said“ noch bis 12. April im MMK 3 Museum für Moderne Kunst, Frankfurt, Domstraße 3. Geöffnet: Dienstag bis Sonntag von 10-18 Uhr, Mittwoch von 10–20 Uhr

Neben dem Plateau ist ein Paravent aufgestellt, dessen Flächen grau, grün und bordeauxrot eingefärbt sind. Sie zeigen abstrakte Formen, die mal an Zeichen erinnern, mal an konstruktivistische Kompositionen. Die „The Double Face of Power“ betitelte Arbeit funktioniert als ästhetisches Objekt und lässt darüber hinausgehende Ebenen ungeklärt. Das wohl stärkste Werk dieser Schau findet sich im hinteren Bereich des Ausstellungsraums. Das in schwarzweiß gehaltene Video „Structuralist Film no. 2“ dokumentiert mehrere aufeinanderfolgende Begegnungen zweier Menschen in einem sonst leeren Raum. Man sieht die Kamera um die gezeigte Person kreisen. Der Blick des jeweils Gefilmten richtet sich meistens in die Kamera und wandert mit. Der Filmende ist als beobachteter Beobachter präsent. Doch auch als Betrachter kann man sich dieser intimen wie auch intensiven Begegnungssituation nicht entziehen.

Am Ausgang schließlich fallen zwei schematische Porträtköpfe ins Auge, aus farbigen Folien zusammengesetzt und auf der Außenscheibe des Museums angebracht. Nach Aussage des Künstlers zeigen sie einen Richter, der reihenweise Todesurteile ausspricht und einen deprimiert dreinschauenden Passagier der Kairoer U-Bahn. Vielleicht sieht man hier das zwiespältige Antlitz der ägyptischen Gegenwart. Hassan Khans Ausstellung im MMK 3 vermittelt den Eindruck einer lose assoziierenden, disparaten Arbeitsweise. Auf der formalen Ebene am ehesten zugänglich, lassen die Werke ansonsten viele Fragen offen.

„Tape it“: Ausstellung in Offenbach

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Quelle: op-online.de

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