Ermittlungen

Rätselhafter Todesfall: Polizei fasst dringend Tatverdächtigen

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An dieser Bahnunterführung ging die Polizei auf Spurensuche.

Ein Mann (38) wird von der Polizei verhaftet. Wenige Stunden später ist er tot. Jetzt meldet die Polizei eine Festnahme. 

Update, 19. Juli, 16.05 Uhr: Nach dem Tod eines 38-Jährigen in Hattersheim meldet die Staatsanwaltschaft Frankfurt "nach intensiven Ermittlungen" die Festnahme eines dringend Tatverdächtigen. 

Der 33 Jahre alte Deutsche konnte heute Mittag widerstandslos von der Polizei festgenommen werden. Er wird heute im Laufe des Tages dem Haftrichter beim Amtsgericht Frankfurt am Main mit dem Antrag auf Erlass eines Haftbefehls vorgeführt. 

Spekulationen, dass der 38-jährige türkische Staatsangehörige infolge eines Polizeieinsatzes gestorben ist oder dass Gewalt seitens der Polizei zu seinem Tod geführt habe, konnte die Polizei ausräumen. Die Ermittlungen dauern an.

 Nach dem rätselhaften Tod eines 38-jährigen Mannes aus Hattersheim in der Nacht zum vergangenen Samstag ging die Polizei am Mittwoch und Donnerstag erneut auf Spurensuche. Beamte der Hessischen Bereitschaftspolizei und zwei Polizeihunde suchten nach tatrelevanten Spuren im und um den Bereich der Bahnunterführung im Verlauf der Straße "Im Nex". Zu den Ergebnissen machte die Polizei zunächst aus ermittlungstaktischen Gründen keine weiteren Angaben.

Die Ermittler hoffen außerdem weiter auf Zeugenhinweise aus der Bevölkerung. Wer hat in der Nacht zum Samstag, 13.07.2019, ab Mitternacht verdächtige Beobachtungen insbesondere im Bereich der Unterführung "Im Nex" gemacht oder eine mögliche Auseinandersetzung mitbekommen. Zeugen erreichen die Polizei in Hofheim unter der Telefonnummer 06192 - 20790. (tom)

Update, 15. Juli, 13.33 Uhr: Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat nach dem rätselhaften Tod eines 38 Jahre alten Mannes in Hattersheim die vorläufigen Obduktionsergebnisse veröffentlicht. Demnach starb der Mann an einer Hirnschwellung als Folge von stumpfer Gewalteinwirkung gegen den Kopf. Zudem soll er unter Alkohol- und Drogeneinfluss gestanden haben. 

Freilassung nach Hausdurchsuchung

Die Polizei hatte den 38-Jährigen am Freitag festgenommen. Er stand unter Verdacht, gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen zu haben. Nachdem die Beamten seine Wohnung durchsucht hatten, wurde er wieder frei gelassen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er anschließend seine Wohnung verließ, um sich Drogen zu beschaffen. Die Ermittlungen dauern allerdings an. 

Dass die Polizei etwas mit dem Tod des Mannes zu tun haben könnte, schließt die Staatsanwaltschaft aus: "Zum jetzigen Zeitpunkt liegen keinerlei Anhaltspunkte dafür vor, dass der 38-Jährige infolge des Polizeieinsatzes gestorben ist beziehungsweise, dass Gewaltanwendung seitens der Polizeibeamten zu seinem Tod geführt hat." 

Update, 15. Juli, 12.12 Uhr: Die Polizei ist nach eigener Aussage nicht für den Tod eines 38-Jährigen in Hattersheim (Main-Taunus-Kreis) verantwortlich. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Westhessen sagte am Montag, es gebe weiter keine Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen der Wohnungsdurchsuchung am Freitag und dem Tod des Mannes. "Als wir ihn zurückgelassen haben, war er bei bester Gesundheit." Seine Cousine hatte ihn am Samstag leblos in seiner Wohnung gefunden.

Die Polizisten hatten den Mann den Angaben zufolge am Freitagabend in Frankfurt kontrolliert und waren mit ihm zu seiner Wohnung gefahren, um sie zu durchsuchen. Es sei bei den Ermittlungen um Drogen gegangen. Später soll der Verdächtige über soziale Medien Fotos von Verletzungen verbreitet und Polizisten der Misshandlung beschuldigt haben. Ein Anwalt der Familie habe Strafanzeige wegen Polizeigewalt gestellt, berichtete der Hessische Rundfunk.

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen zu den Vorgängen übernommen, wollte sich aber auch am Montag zunächst nicht zu den Details und den Vorwürfen gegen die Polizisten äußern. Man warte zunächst das Ergebnis der Obduktion ab, das im Laufe des Montags vorliegen sollte, sagte die Sprecherin.

Rätselhaft: Mann stirbt nach Festnahme und Wohnungsdurchsuchung

Erstmeldung, 14. Juli, 9.05 Uhr: Hattersheim - Ein Todesfall, der viele Fragen aufwirft, hat sich am Wochenende in Hattersheim im Main-Taunus-Kreis ereignet. Ein 38 Jahre alter Mann wurde dort am Freitagabend festgenommen. Es ging um Drogen. Wenige Stunden später wurde der Mann tot in seiner Wohnung gefunden.

Die Umstände des Todes sind bislang unklar. Bisher ist nur so viel bekannt: Am Freitagabend nahmen Frankfurter Polizisten den 38-Jährigen wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz fest. Das sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Westhessen am Samstagabend gegenüber dem hr. Ob es dabei um Drogenbesitz oder Drogenhandel ging, ist unklar.

Beamte durchsuchen Wohnung – mehrere weitere Festnahmen

Die Frankfurter Beamten brachten den Mann in seine Wohnung, die sie anschließend durchsuchten. In der Wohnung trafen sie etliche weitere Personen an, von denen sie mehrere festnahmen. Was ihnen vorgeworfen wird, ist nicht bekannt. 

Eine Cousine fand den 38 Jahre alten Mann dann am Samstagmorgen tot in seiner Wohnung. Nach Informationen des hr hatte der Mann über Nacht noch über Whatsapp Bilder verschickt, die ihn mit Verletzungen im Gesicht zeigen. Er wurde offenbar verprügelt. In weiteren Nachrichten behauptete der Mann dann noch, Polizisten hätten ihn misshandelt. Der Anwalt der Familie hat inzwischen wohl Anzeige wegen Polizeigewalt gestellt. 

Obduktion soll Klarheit bringen, woran der 38-jährige Hattersheimer starb

Nach Auskunft des Polizeipräsidiums Westhessen gibt es keine Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem Polizeieinsatz und dem Tod des 38-Jährigen. Eine Obduktion soll Klarheit über die Todesursache bringen.

msb/dpa

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Neue Spurensuche in Hattersheim

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