Haus von Roland Koch mit Fluglärm beschallt

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Der Fluglärmgegner Johannes Faupel stand am Samstag in Eschborn vor dem Wohnhaus des früheren hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) an seinem "Lärmwehr-Mobil" mit einem Dezibel-Messer.

Eschborn - Ohrenbetäubender Lärm vor der Haustür von Ex-Ministerpräsident Roland Koch: Mit einer Lautsprecheranlage haben Fluglärm-Gegner die Einflugschneise für 20 Minuten nach Eschborn verlegt.

Fluglärm-Gegner haben am Samstag das Wohnhaus des früheren hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) in Eschborn mit dem Dröhnen von Flugzeugen beschallt. Dazu hatten sie vor dem Grundstück einen Lautsprecherwagen geparkt, der 20 Minuten live Fluglärm aus dem Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen übertrug.

„Wir wollen Druck weitergeben an den Verursacher“, sagte der Initiator der in einem alten Feuerwehrauto angerückten „Lärmwehr Frankfurt“, Johannes Faupel, der in Sachsenhausen wohnt. In der Regierungszeit Kochs war der Planfeststellungsbeschluss für den Ausbau des Frankfurter Flughafens unterzeichnet worden. Koch hatte die Aktion vor seinem Haus gebilligt, zeigte sich am Samstag aber nicht. Der ehemalige hessische Ministerpräsident ist mittlerweile Vorstandsvorsitzender des Mannheimer Baukonzerns Bilfinger Berger. Faupel will die Aktion in den nächsten Wochen vor der Haustür des amtierenden Ministerpräsidenten Volker Bouffier, Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (beide CDU) und Fraport-Vorstandschef Stefan Schulte wiederholen.

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„Wir werden 20 Minuten einen Höllenlärm machen, so wie wir ihn Zuhause auch haben“, sagte Faupel, der Koch auch eine Fluglärm-CD in den Briefkasten warf. „Wenn sie uns das wegen Belästigung verbieten, werde ich fragen, warum der Lärm bei uns erlaubt ist.“ Einige Polizisten, ein Dutzend Fluglärmgegner und etwa doppelt so viele Journalisten beobachteten die Aktion des 46-Jährigen. Als Reporter beim Einschalten der 85 Dezibel lauten Anlage zusammenzuckten, riefen Fluglärmgegner: „Ja, das ist so laut.“ Als Ziel der Aktion nannte Faupel die Schließung der neuen Landebahn am Frankfurter Airport.

Quelle: op-online.de

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