Neues Bärengehege im Zoo

Ein Haus im Ukumari-Land

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Ein Zoodirektor hinter Gittern: Manfred Niekisch führt die neue Käfiganlage im Bärenhaus des Frankfurter Zoos vor.

Frankfurt - Ein Zoodirektor spaziert durch ein Bärengehege, weist stolz auf Klettergelegenheiten für Brüllaffen hin und begibt sich dann selbst hinter Gitter. Manfred Niekisch, Direktor des Frankfurters Zoos, läutet den Countdown zur Eröffnung des „Ukumari-Landes“ ein. Von Lara Sturm

Am 7. Juli, also noch vor Beginn der hessischen Sommerferien, soll das Reich für zwei Brillenbären und drei Brüllaffen eröffnet werden. Mit einem „Bären-Fest“ von 10 bis 18 Uhr will der Zoo gemeinsam mit den Besuchern das Ende der über zwei Jahre dauernden Bauarbeiten feiern.

Als die Arbeiten im April 2011 begannen, war die Hoffnung groß, schon bald ein großes, modernes Eingangsgebäude zu präsentieren und direkt dahinter eine grüne, geräumige Anlage für Brillenbären und Brüllaffen. Durch verschiedene baubedingte Probleme verzögerte sich die geplante Eröffnung um fast ein Jahr. Umso freudiger blickt das Team des Frankfurter Zoos jetzt der Eröffnung im Juli entgegen: „Wir sind enorm gespannt auf die Reaktionen unserer Besucher“, sagt Niekisch.

Rostkatzen finden genug Auslauf

Was lange währt, wird endlich gut, zumindest wenn es nach Niekisch geht: „Ein einladender Zooeingang mit Shop, großzügige Außenanlagen und ein modernes Haus für zeitgemäße Tierhaltung – alles ist genauso geworden, wie wir es uns vorgestellt haben“, zeigt sich der Biologe zufrieden. Bis Juli soll der Innenausbau des Bärenhauses fertiggestellt sein. Im ersten Stock dieser neuen Anlage finden dann auch die Rostkatzen auf einer Veranda genügend Auslauf. „Wir sind Weltmeister in der Rostkatzenzucht“, betont der 61-Jährige stolz. Nur zwei der Kleinkatzen turnen derzeit durch ein Gehege im Katzendschungel. Die übrigen Tiere sind hinter den Kulissen untergebracht. Im Bärenhaus sollen künftig auch Tiere Platz finden, die einer genaueren Beobachtung von Pflegern bedürfen.

Während die Bauarbeiten in die letzte Phase gehen, warten die drei Brüllaffen schon im Frankfurter Zoo auf den Umzug in ihr neues Quartier. Landschaftsarchitektin Ariane Röntz hat für die Tiere über 90 Bäume und Sträucher pflanzen lassen. Dem Klettervergnügen steht also nichts mehr im Wege.

Viele der Pflanzen tragen Früchte oder Beeren, damit die Brüllbären diese dann selbst ernten können. Niekisch denkt dabei aber auch an die Verbesserung des städtischen Klimas und freut sich über die Vögel, die nun dem Tiergarten einen Besuch abstatten, um sich an den Beerenbüschen gütlich zu tun, die auf dem Dach des Bärenhauses gepflanzt wurden.

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Etwa die Hälfte der vom Frankfurter Magistrat für die vielen Neu- und Umbauten im Zoo bewilligten 30 Millionen Euro wurden mittlerweile in die neue Bärenanlage und den Haupteingang investiert. Der Rest wird für den gerade andauernden Bau einer Quarantänestation und ein geplantes Pinguinhaus vorgesehen.

Der Naturschutzexperte hofft darauf, dass die Umbauten bei den Besuchern auf eben so viel Begeisterung stoßen wie bei ihm. Diese erwartet links vom Alfred-Brehm-Platz ein gläsernes Eingangsfoyer, durch das sie sofort einen Blick das üppig bepflanzte Gehege der Brüllaffen werfen können. „So werden die Leute direkt in den Zoo hineingezogen.“ Hinter dem Foyer liegen die drei Bären-Außenanlagen, die jeweils von einem breiten Graben getrennt sind, aber mit Baumstämmen verbunden werden können - je nachdem, wie gut die Bären sich miteinander verstehen.

Niekisch ist stolz auf die 6000 Quadratmeter seiner insgesamt elf Hektar großen Zoofläche und freut sich schon auf „die leuchtenden Augen der Zoobesucher“. Nur eine Kleinigkeit stört ihn noch: Der Name seines Brillenbärenmannes, der noch in Frankreich auf seinen Transport wartet. „Nobody“ heißt das Tier. „Da muss man sich noch etwas anderes einfallen lassen“, findet Frankfurts Zoodirektor.

Quelle: op-online.de

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