Hausbesitzer in der Region können auf Rückzahlung hoffen

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Offenbach (ad.) ‐ Die Stadtwerke Heusenstamm und Langen tun es, genauso wie die Maintal-Werke GmbH: Sie zahlen ihren Kunden ohne weitere Antragsstellung Geld zurück. Und zwar denjenigen, die zu viele Steuern bezahlt haben.

Zum Hintergrund: Nach einem entsprechenden Urteil des Bundesfinanzhofs (Az.: VR61/03) entschied das Bundesfinanzministerium, dass die Arbeiten an Hauswasseranschlüssen (sei es Neuinstallierung, Reparatur, Wartung oder Auswechslung) unter den Begriff „Lieferung von Wasser“ fallen und damit nicht dem vollen Steuersatz, sondern dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von sieben Prozent unterliegen. Betroffen ist der Zeitraum von Juli 2000 bis Mitte 2009. Somit haben viele Bürger, die Arbeiten von ihrem Wasserversorger durchführen ließen, in der Vergangenheit zu viele Steuern bezahlt.

„Zahlreiche Versorger zahlen Steuern zurück.“

Ob das Geld - ganz oder teilweise - zurückfließt, liegt allein im Ermessen der Wasserversorgungsunternehmen. Um Klarheit darüber zu erhalten, wie die einzelnen Wasserversorger verfahren und ob betroffene Bürger selbst aktiv werden müssen, hat der Bund der Steuerzahler (BdSt) Hessen in einer landesweiten Umfrage den derzeitigen Stand festgestellt. „Zahlreiche Wasserversorger verhalten sich kundenfreundlich und zahlen von sich aus die zu viel erhobenen Steuern an ihre Kunden zurück. Es gibt aber auch welche, die nur auf Antrag oder überhaupt nichts erstatten“, lautet das Resümee von Ulrich Fried, Vorsitzender des BdSt Hessen.

Hessenweit haben sich die meisten Wasserversorger für die Variante entschieden, die zurückliegenden vier Jahre automatisch zu überprüfen und dann gegebenenfalls eine Rückerstattung zu gewähren. Auf der Internetseite des Steuerzahler-Bundes kann auch ein Musterschreiben für Rückzahlungsanträge herunter geladen werden.

In der Region zahlen nur die drei genannten Wasserversorger ohne weitere Formalität von sich aus. Die Gemeinde Hainburg, die Stadtwerke Dreieich, Ha nau, Neu-Isenburg, Rodgau sowie Energieversorgung Offenbach (EVO) und die Mainova AG zahlen, wenn Betroffene einen entsprechenden Antrag - im Fall der EVO reicht ein formloser Antrag - stellen. Bei der Gemeinde Mainhausen werden nur die vergangenen vier Jahre geprüft und gegebenenfalls Geld zurückerstattet. Auch bei den Stadtwerken Obertshausen werden die vergangenen vier Jahren unter die Lupe genommen, allerdings nur auf entsprechenden Kundenantrag. Die Dietzenbacher müssen sich für die Erstattung an die EVO wenden. Die Stadtwerke Seligenstadt haben bisher noch nicht reagiert.

EVO-Pressesprecher Harald Hofmann verwies darauf, dass eine Rückerstattung nur für Privatleute Sinn mache. Erstattungsberechtigt ist nämlich nur der Adressat des Ausgangsbescheides bzw. dessen Gesamtrechtsnachfolger. Wer über einen Bauträger gebaut hat, geht leer aus.

Quelle: op-online.de

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