Hautschmuck für die Ewigkeit

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Ja, so ein Tattoo ist echt scharf - bis man es irgendwann nicht mehr sehen mag. Dann rückt ein Speziallaser den kleinen, in der Haut eingeschlossenen Farbpigmenten zu Leibe. Die Behandlung ist nicht ganz schmerzfrei und ziemlich teuer. Dafür gibt es keine Narben.

Frankfurt/ Mainz/Wiesbaden- Eigentlich hätte es lebenslänglich sein sollen, doch veränderte Umstände und neue Geschmäcker verlangen eine Entfernung. Tattoos sind eine Medaille mit zwei Seiten, die mit zunehmendem Alter an Glanz verliert. Von Janina Plato (dpa)

Doch wie kann man etwas, das für die Ewigkeit bestimmt in die Haut gestochen wurde, wieder loswerden? Einen Hoffnungsschimmer für viele Tätowierte stellen Lasergeräte dar, die eine meist narbenfreie und hautverträgliche Entfernung möglich machen sollen.

Prinzipiell ist die Tattoo-Entfernung mittels Lasern von allen gängigen Methoden die kosmetisch anspruchsvollste, da sie die Haut nicht verletzt“, erklärt Ralph von Kiedrowski, Vorsitzender des Landesverbandes Rheinland-Pfalz derDeutschen Dermatologen. Durch starke Erhitzung bricht der Laserstrahl die Farbpigmente auf und zerstört diese. Körpereigene Fresszellen tragen dann die freitretende Farbe ab. Eine andere Methode zur Entfernung der Motive sei ein chirurgischer Eingriff, der jedoch nur für kleine Areale möglich sei und Narben hinterlasse.

Außerdem sei auch ein Schleifen oder Fräsen der mit Farbe durchstochenen Haut denkbar, was jedoch ebenfalls zu Narbenbildung führe. „Wurde ein Motiv zu tief oder mehrfach gestochen, kann es aber auch beim Lasern zu Vernarbungen kommen. Außerdem können nicht alle Farben gleich gut entfernt werden“, erklärt der Hautarzt. Entscheidet man sich für die Laserbehandlung, wird diese vor allem in Hautarztpraxen, aber auch in speziellen Studios angeboten.

Das Tatoos soll weg, oft wegen dem Beruf

Drei davon betreibt Sascha Marino. Der 37-Jährige behandelt im Monat in seinenTattooFree-Filialen in Frankfurt, Wiesbaden und Mainz 120 Kunden aller Altersstufen. „Meist gefällt ihnen das Tattoo nicht mehr, die beruflichen Umstände erfordern eine Entfernung oder der Name des Expartners soll beseitigt werden“, beschreibt der ausgebildete Laserschutzbeauftragte die Beweggründe für einen Besuch in seinem Geschäft. Ein in verschiedene Stufen und Größen einstellbarer Laserimpuls soll deshalb das ungeliebte Motiv verschwinden lassen. Häufigste Stellen für eine Entfernung seien Arme, Dekolleté und Knöchel.

Fürs Lasern hat sich Martin Weber aus Mainz entschieden. An den Oberarmen des Geschäftsmannes prangen zwei großflächige Tätowierungen. „Aus meiner wilden Motorradzeit“, lacht der 37-Jährige und nennt berufliche Veränderungen als Grund für die Entfernung. „Als Geschäftsführer macht sich das nicht gut und im Sommer rutscht das kurze Hemd schon mal etwas zu weit nach oben“, erklärt er, bevor der erste Teststrahl seine Haut trifft und ein Zucken auslöst.

Weitere Informationen zur Tatoo-Entfernung gibt es  auf der Internetseite Uptoderm.

Wie ein Stromschlag fühle sich das an, aber nicht schlimmer als das Stechen der schwarzen Hautbilder. Sofort nach der Behandlung verfärbt sich die zuvor pechschwarze Stelle weiß und wölbt sich wie bei einem Mückenstich. „Das wird jetzt noch etwas höher“, erklärt Sascha Marino. Die Schwellung nehme aber wieder ab und die schwarze Farbe kehre nach ein paar Tagen zurück. Deshalb muss die Behandlung mehrmals wiederholt werden. „Wie oft der Kunde kommen muss, hängt vom Tattoo ab. In diesem Fall würde ich auf zehn Sitzungen tippen“, schätzt der Lasermeister.

Vier bis sechs Wochen liegen zwischen jedem Besuch, so dass die gesamte Entfernung bis zu einem Jahr dauern kann. „Gestochen wurden die Tattoos in circa sechs Stunden und haben pro Seite 350 Mark gekostet“, erinnert sich Weber. Die Entfernung kommt ihn da wesentlich teurer. „Man sagt, dass eine Tattoo-Entfernung das Fünf- bis Zehnfache der Anschaffung kostet“, so von Kiedrowski.

Quelle: op-online.de

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