Havarieopfer identifiziert: 74-Jähriger aus Maintal

Maintal (dr/dpa) - Nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffes „Costa Concordia“ ist eine der geborgenen Leichen als der 74-jährige Vermisste aus Maintal identifiziert worden. Ein Schwesterpaar aus Offenbach wird weiterhin vermisst.

Eine der geborgenen Leichen wurde als der 74-jährige Vermisste aus Maintal identifiziert. Insgesamt hatten die Taucher 16 Tote gefunden, vier davon stammen nach Angaben des Auswärtigen Amtes aus Deutschland. Die Suche nach Vermissten vor der Insel Giglio geht weiter. Etwa 20 Menschen werden noch vermisst, darunter acht Deutsche.

Die Ehefrau (65) des geborgenen Mannes aus Maintal wollte sich auf Anfrage der „dpa“ nicht zu dem Todesfall äußern. Sie konnte sich von dem havarierten Schiff retten. Laut einem Medienbericht erwog sie, den Kapitän des Kreuzfahrtriesen wegen Mordes anzuzeigen. Ein Vertreter der Stadt Maintal sprach den Hinterbliebenen des Mannes sein Beileid aus.

„Tötungsdelikt steht vielleicht im Raum“

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„Man will eine schöne Reise machen und dann passiert so etwas Schreckliches. Das ist ein harter Schlag und tut uns sehr leid für die Familie. Sie hat unser Mitgefühl“, sagte der Erste Stadtrat Ralf Sachtleber (parteilos). Weil die Suche nach dem 74-Jährigen beendet ist, übergab die Polizei in Offenbach die Akten an die Staatsanwaltschaft in Hanau. Grund: „Es steht vielleicht ein Tötungsdelikt im Raum“, sagte Polizeisprecher Henry Faltin. Da aber in Italien die Behörden bereits ermitteln, ruhen die Nachforschungen von Hanau aus.

Die „Costa Concordia“ war am 14. Januar nahe der Insel Giglio vor der toskanischen Küste gekentert. An Bord waren rund 4200 Passagiere. Unter den Vermissten befanden sich zwölf Deutsche, fünf davon kommen aus Hessen. Ein älteres Ehepaar aus Mühlheim (71 und 72 Jahre alt) war sofort als vermisst gemeldet worden. Wie uns die Polizei auf Nachfrage mitteilt, wird auch weiterhin ein Schwesterpaar aus Offenbach, 70 und 78 Jahre alt, vermisst.

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Quelle: op-online.de

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