Mahnwache in Frankfurt

Proteste für eine Zukunft mit Hebammen

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Zahlreiche Menschen protestieren in Frankfurt für die Zukunft von Hebammen.

Frankfurt - Hebammen fürchten wegen steigender Versicherungsprämien um ihren Berufsstand, Mütter und junge Familien fürchten um die Versorgung von Schwangeren und Neugeborenen. In Frankfurt und anderen deutschen Städten protestieren zahlreiche Menschen für die Zukunft der Hebammen.

Für eine gesicherte finanzielle Zukunft freiberuflicher Hebammen haben Hunderte Menschen in vielen deutschen Städten demonstriert. Hebammen fürchten um ihre berufliche Existenz, weil sich ihre Haftpflichttarife in den vergangenen Jahren drastisch erhöht haben. Verschärfend kommt hinzu, dass sich einer der wenigen Versicherer, die überhaupt noch Angebote für freiberufliche Hebammen haben, zum 1. Juli 2015 aus diesem Markt zurückziehen will. Die Sorge vor einem Ende des Berufsstandes trieb am Samstag Hebammen, Mütter, Väter und Kinder gemeinsam auf die Straße. Kundgebungen gab es unter anderem in Frankfurt, Hannover, Hamburg, Stuttgart und Karlsruhe. Bei einer Mahnwache in Frankfurt sagte die Initiatorin einer Online-Petition zur Rettung der freiberuflichen Hebammen, Bianca Kasting, wegen der explodierenden Versicherungsprämien fehlten bereits jetzt Geburtshelferinnen. In der Rhein-Main-Metropole beteiligten sich an der Demonstration laut Polizei rund 600 Menschen.

In Stuttgart wurden rund 250 Teilnehmer bei einer Veranstaltung gezählt, weitere gab es im Südwesten etwa in Karlsruhe und Ravensburg. Das Vorstandsmitglied des Karlsruher Elternvereins Happy Birthday, Cerstin Jütte, sagte, es werde zunehmend schwieriger, jemanden zu finden, der eine Schwangere vor, während und nach der Geburt betreue. "Die Eltern sind fassungslos, wütend auf die Politik und enttäuscht." Die Vorsitzende des baden-württembergischen Hebammenverbandes, Jutta Eichenauer, sagte: "Mich rufen verzweifelte Eltern an, die sagen: "Wir suchen eine Hebamme und finden keine."" Die Freiberuflichkeit lohne sich für die Berufsgruppe einfach immer weniger.

Hebammen-Protest in Frankfurt

Die Gesundheitsexperten der großen Koalition wollen in zwei Wochen ein Konzept für eine Versicherungsregelung vorlegen. In Deutschland arbeiten rund 21.000 Hebammen, etwa 60 Prozent davon freiberuflich. In der Online-Petition wird darauf hingewiesen, dass Hebammen per Gesetz dazu verpflichtet seien, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen. "2003 zahlten sie noch 453 Euro Haftpflichtprämie im Jahr. In den letzten zehn Jahren sind die Kosten um das Zehnfache gestiegen. Bei einem durchschnittlichen Stundenlohn von 8 Euro lohnt es sich nicht mehr, Geburtshilfe anzubieten." Die Petition ist bis heute bereits von mehr als 343.000 Unterstützern unterzeichnet schrieben worden.

"Nur bei einer Betreuung durch eine freiberufliche Hebamme kann ich sicher sein, dass die Chemie zwischen ihr und mir stimmt", sagte in Frankfurt die zweifache Mutter Vera John. Dabei müsse die Geburt gar nicht unbedingt Zuhause stattfinden. "Meine Kinder sind Dorfkinder", sagte Nadine Thiele aus Dedenhausen in der Region Hannover. Es solle auch künftig möglich sein, dass Kinder zuhause geboren werden können. Dass so viele Eltern mit ihnen auf die Straße gegangen seien, gebe den Hebammen Kraft und Mut, sagte Britta Höpermann vom Geburtshaus Hamburg in der Hansestadt.

(dpa)

Hebammen protestieren in Frankfurt

Hebammen protestieren in Frankfurt

Quelle: op-online.de

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