Bürgerinitiativen rügen Vorteil beim A380

Heftiger Streit um Gebühr für Nachtflüge

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Auch Fraport bestätigt, dass es nachts für manche Jets günstiger wird.

Frankfurt - Neuer Zündstoff im Zwist zwischen Fraport und Fluglärmgegnern: Obgleich immer wieder verkündet wird, dass die Lärmentgelte für Jets am Frankfurter Flughafen steigen sollen, wurde jetzt bekannt, dass 2013 die Gebühren für einige Großraumflugzeuge in den Nachtrandstunden - also von 22 bis 23 Uhr sowie von 5 bis 6 Uhr - gesenkt werden sollen. Von Peter Schulte-Holtey

Berthold Fuld vom Bündnis der Bürgerinitiativen gegen den Flughafenausbau empört sich darüber, dass die Zuschläge der Lärmentgelte in den Nachtrandstunden niedriger ausfallen sollen: „Für einen A380 beispielsweise sinken sie von je 755 Euro bei Start und Landung auf 175 Euro bei Landung und 350 Euro beim Start - insgesamt eine Reduzierung um fast Zweidrittel.“

Damit sei der Anreiz, Flüge in die Tagesstunden zu verschieben, weggefallen. „Dabei besteht dringender Handlungsbedarf, den Nachtfluglärm zu reduzieren“, ergänzt Fuld. Statt des vom Bundesverwaltungsgericht geforderten An- und Abschwellens werden nach seinen Angaben jetzt schon an Messstellen im Süden des Flughafens zwischen 22 und 23 Uhr und im Bereich der sogenannten Anfluggrundlinien zwischen 5 und 6 Uhr die höchsten Lärmwerte gemessen.

Landung von lauteren Jumbo-Jets werde teurer

Christopher Holschier, Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport, räumte auf Anfrage unserer Mediengruppe zwar ein, dass die neue Entgeltordnung dazu führe, „dass zum Beispiel die Gebühren für den A380 - auch in den Nachtrandstunden - etwas günstiger geworden sind. Die Landung von lauteren Jumbo-Jets werde aber etwas teurer; damit könne Fraport das Ziel erreichen, Anreize für den Einsatz des leiseren Flugzeugs zu setzen.

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Dabei stellt der Fraport-Sprecher auch klar: „Wenn das Bündnis der Bürgerinitiativen beim A380 von einer Reduzierung um Zweidrittel spricht, dann nimmt es nur auf einen Bestandteil der Entgeltstruktur Bezug.“ Die Entgelte setzen sich nämlich laut Holschier aus mehreren Komponenten zusammen, „die man zur Beurteilung der ab 2013 gültigen Änderungen gesamtheitlich berücksichtigen muss“. So bleibe der Zuschlag für Flugbewegungen in der Nacht bestehen, in Relation zu den nun deutlich gestiegenen lärmabhängigen Entgelten verringere sich aber dessen Anteil an der Gesamtsumme. „Die Absenkung des Nacht-Lärmzuschlags wird im neuen Modell durch die Anhebung des zu jeder Uhrzeit zu zahlenden Grund-Lärmentgelts kompensiert“, ergänzt der Fraport-Sprecher.

Quelle: op-online.de

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