Autokennzeichen

Die Heimat an der Stoßstange

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Schildermacherin Karin Schuchmann vor dem Dieburger Landratsamt hat derzeit gut zu tun mit den neuen alten DI-Schildern.

Offenbach/Dieburg - 35 Jahre haben überzeugte Dieburger darauf gewartet, das ungeliebte DA auf dem Kennzeichen loszuwerden. Seit dem Jahreswechsel gibt es sie nun wieder, die DI-Schilder, die nach der hessischen Gebietsreform 1977 langsam, aber stetig auszusterben schienen. Von Ralf Enders

Ende 2012 waren noch etwa 1 150 alte Fahrzeuge mit DI registriert, vor allem Liebhaber-Schnauferl und Traktoren. An diesem Mittwoch ist eine Reform der Kfz-Zulassung in Kraft getreten, und seitdem ist die ehemalige Kreisstadt auch wieder auf Fahrzeugen neueren Datums vertreten. Und der Ansturm auf die Zulassungsstellen war groß, es gab allein 600 Vorbestellungen.

Rückblende: Im Zuge der Gebietsreform 1977 wurde der seit 1938 bestehende Landkreis Dieburg mit dem Landkreis Darmstadt zum heutigen Kreis Darmstadt-Dieburg fusioniert. Der nördliche Teil des Kreises mit Nieder-Roden, Ober-Roden, Messenhausen und Urberach ging an den Kreis Offenbach, die südlichen Gemeinden Brensbach und Fränkisch-Crumbach an den Odenwaldkreis. Das Kennzeichen DI wurde nicht mehr neu vergeben. Eine tiefe Wunde in der Seele der ehemaligen Kreisstädter, denen der Verbleib des Landratsamtes nur ein schwacher Trost war.

Der Ruf nach Heimat

Der Ruf nach einem Stückchen Heimat an der Stoßstange wurde in Zeiten der Globalisierung nicht nur in Dieburg immer lauter. 2010 befragte die Universität Heilbronn bundesweit Bürger zu dem Thema. Tenor: Her mit den alten Nummern. Die Politik zeigte sich bürgernah, und im September 2012 änderte der Bundesrat die Fahrzeugzulassungsverordnung.

Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen haben diese bereits umgesetzt. Alt-Kennzeichen sind bundesweit auf dem Vormarsch; bislang wurden knapp 150 Ortskennungen reaktiviert, darunter auch SLÜ für Schlüchtern und GN für Gelnhausen.

Kosten sind im Rahmen

Die Kosten für Fahrzeugbesitzer halten sich im Rahmen: Im Kreis Darmstadt-Dieburg müssen sie für ein Wunschkennzeichen 10,20 Euro und für die Reservierung 2,60 Euro hinlegen. Die eigentliche „Umkennzeichnung“ durch die Verwaltung kostet 26,60 Euro. Hinzu kommen die Schilder.

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Nieder-Röder zum Beispiel können übrigens kein DI beantragen, da sie nicht zum Kreis Darmstadt-Dieburg gehören. Und der User „Bierchen“, der auf unserer Internetseite www.op-online.de sein Interesse am Bieberer Kennzeichen „BI - ER“ bekundet, muss sich an den Rat von „Rene“ auf Facebook halten: „Dann soll der Kommentator nach Bielefeld ziehen.“

Quelle: op-online.de

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