Forscher machen erstaunliche Neuerungen möglich

Helle Köpfe aus Hessen

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Ein humanoider Roboter auf der Computermesse CeBIT. Auch auf diesem Gebiet gab es in Hessen Fortschritte.

Frankfurt - Hessens Forscher haben 2015 in vielen Bereichen neues Wissen gewonnen und wichtige Projekte gestartet. Einige Beispiele: Von Carolin Eckenfels 

Für die Entwicklung eines lebensrettenden Medikaments gegen Lungenhochdruck bekommt der GIESSENER Mediziner Ardeschir Ghofrani zusammen mit Kollegen des Bayer-Konzerns den mit 250 000 Euro dotierten Deutschen Zukunftspreis 2015. Andere Wissenschaftler der Uni Gießen nehmen Smartphones oder Tablet-Computer in den Blick. Für diese Geräte werden seltene Rohstoffe benötigt, „bei denen es in absehbarer Zeit zu einer deutlichen Verknappung kommen wird“, so die Uni. Also sucht ein Team von Chemikern und Physikern neue Konzepte, um diese Stoffe zu ersetzen oder wenigstens zu reduzieren.

Die Technische Universität DARMSTADT arbeitet mit humanoiden Robotern, die automatisch Bewegungsabläufe lernen sollen. „Sie könnten Angestellte bei körperlich schweren oder eintönigen Arbeiten entlasten“, berichtet die Hochschule. Dafür gab es auch Fördergelder des Europäischen Forschungsrates. Und zwei Chemie-Doktoranden haben ein Verfahren entwickelt, „das die bislang sehr aufwendige und zum Teil mit giftigen Ausgangsstoffen verbundene Synthese von Peptiden umweltfreundlich und kostengünstig macht“. Peptide werden in Medikamenten oder Kosmetika verwendet.

Virologen der Universität MARBURG freuen sich über vielversprechende Ergebnisse einer Impfstoff-Studie gegen Ebola. Ende Juli wird bekannt, dass ein in Westafrika getestetes Mittel zuverlässig vor dem gefährlichen Virus schützen kann. Marburger Wissenschaftler waren an der Studie beteiligt.

Wissenschaftler an der Hochschule FULDA wollen es Menschen mit kognitiven Sprachstörungen leichter machen. Damit diese elektronische Formulare etwa für Behörden-Anträge verstehen und ausfüllen können, haben die Forscher barrierefreie Formulare und Software-Werkzeuge entwickelt. Dazu gehören Erklärelemente wie einfache Bilder oder animierte Spielszenen. Helfen soll auch das Projekt „Age4Health - Gesunde Stadtteile für Ältere“. Dabei arbeiten Fuldaer Forscher mit Partnern aus den Kommunen sowie Bürgern zusammen. Ziel sei die Entwicklung und Unterstützung „gesundheitsförderlicher Lebenswelten für ältere Menschen in der Kommune“.

Kollegen der Hochschule RHEIN-MAIN widmen sich Forschungen im Bereich der ambulanten Sterbebegleitung sowie zu strahlungsarmen Techniken, mit denen Aufnahmen für kieferorthopädische Behandlungen von Kindern und Jugendlichen gemacht werden.

Tüfteleien an der Uni KASSEL haben eine der schnellsten „Kameras“ der Welt hervorgebracht. Physiker führten ein Experiment durch, das wie eine Kamera mit Belichtungszeiten kleiner als eine billionstel Sekunde funktioniert. Damit untersuchten sie winzige Bewegungen von Kohlenstoff-Atomen in einem Graphitkristall. Die Forscher arbeiteten nicht mit Licht, sondern mit Elektronen, die die Struktur des Kristalls abbilden. Kasseler Elektrotechniker haben zudem ein einachsiges Elektrofahrzeug mitentwickelt, das - anders als Geräte wie „Segways“ - Sitze hat. Das macht es auch für bewegungseingeschränkte Menschen attraktiv. (dpa)

Quelle: op-online.de

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