Hells Angels und das Innenministerium: SPD fordert weiter Aufklärung

Wiesbaden/Frankfurt - Die Opposition im hessischen Landtag glaubt Innenminister Boris Rhein, dass er keine kriminellen Kontakte zum Rockermilieu hat, dennoch sehen SPD und Grüne weiter Aufklärungsbedarf.

Im Fall der an die Öffentlichkeit gelangten Polizeiprotokolle über abgehörte Hells-Angels-Telefonate sieht die Landtags-Opposition weiter Aufklärungsbedarf. SPD und Grüne sprachen von „schwerwiegendem Geheimnisverrat“, der ganz offensichtlich in Polizeikreisen zu suchen sei. Es müsse außerdem geprüft werden, ob es Kontakte der Rockergruppe ins Innenministerium gegeben habe, sagte die SPD-Abgeordnete Nancy Faeser nach einer nicht-öffentlichen Sitzung des Innenausschusses. Dabei hatte Innenminister Boris Rhein (CDU) die Abgeordneten über den Vorfall unterrichtet. SPD und Grüne bezeichneten die Angaben Rheins, wonach er keinerlei Kontakte zu der Rockerorganisation hatte, als glaubwürdig. „Ich habe zuerst einmal keinen Grund, dies in Zweifel zu ziehen“, sagte der Grünen-Abgeordnete Jürgen Frömmrich. Ähnlich äußerte sich Faeser.

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hatte in seiner jüngsten Ausgabe Auszüge aus den Polizeiprotokollen zitiert. Darin wurde der Besuch von Rhein im Frankfurter Bahnhofsviertel lobend erwähnt. „Wir hatten hier mal ein großes Problem mit dene Rumäneweiber hier bei uns uff de Straße. Weißte“, äußert sich laut „Spiegel“ ein Hells-Angels-Mitglied auf Hessisch in dem abgehörten Gespräch. „Da war er (Rhein) bereit, er kam sogar selbst zu uns ins Viertel und hat mit uns gesprochen.“ Rhein hatte im März 2010 an einer Begehung des Frankfurter Rotlichtviertels teilgenommen, um sich über die Probleme der Straßenprostitution zu informieren. Eine Razzia im Oktober vergangenen Jahres verfolgte er nach eigenen Angaben aus der Befehlsstelle der Frankfurter Polizei.

dpa

Quelle: op-online.de

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