Austausch eines Wahrzeichens

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Henninger-Turm.

Frankfurt -  Der Henninger-Turm in Sachsenhausen ist gewiss kein architektonisches Juwel, aber eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt Frankfurt. Allerdings wird das frühere Getreidesilo der Henninger-Brauerei mit dem markanten Aufsatz schon viele Jahre nicht mehr genutzt. Von Christian Riethmüller

Nun soll der 1961 eingeweihte Turm abgerissen werden, doch das Wahrzeichen wird nicht verschwinden. An gleicher Stelle entsteht ein Wohnturm, der in Silhouette und mit seiner Nordfassade stark an den Henninger-Turm erinnert und ebenfalls ein Drehrestaurant auf dem Dach haben wird. So sehen es die Pläne der Immobiliengesellschaft Actris AG und vor allem der Siegerentwurf eines Architektenwettbewerbs für das Grundstück in prominenter Sachsenhäuser Lage vor.

Den Wettbewerb, an dem sich neun Architektenbüros mit jeweils einem Pflichtentwurf sowie einem sogenanten Kür-Entwurf beteiligten, hat das Frankfurter Büro Meixner Schlüter Wendt mit seinem Pflichtentwurf gewonnen. Die Jury unter Vorsitz des Frankfurter Architekten Zvonko Turkali entschied sich damit für einen mit Rankpflanzen begrünten Wohnturm, der insgesamt etwas tiefer, breiter und höher ist als der jetzige Henninger-Turm. Etwa 130 Meter hoch soll der Solitär in den Himmel ragen und maximal 130 Wohnungen beherbergen, sagte gestern Werner Pfaff von der Baubetreuungs GmbH WPV bei der Präsentation der Wettbewerbsergebnisse im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt. Dort sind die Architekten--Entwürfe bis zum 1. April ausgestellt.

Baubeginn im nächsten Frühjahr

Nach bisherigem Stand soll das Investitionsvolumen für den Wohnturm bei 130 Millionen Euro liegen. Pfaff hält einen Quadratmeterpreis von 4000 Euro für realistisch, der sich beim Verkauf der Wohnungen erzielen lasse, von denen gut die Hälfte jeweils über 100 Quadratmeter groß sein soll. Im Sockel des Wohnturms, der in Passivhausbauweise errichtet wird, sind außerdem ein Parkhaus und Flächen für den Einzelhandel vorgesehen. Der Bauantrag soll im Sommer eingereicht werden. Baubeginn ist im Frühjahr 2013 und die Fertigstellung bis Mitte 2015 geplant.

„Uns war es wichtig, das Wahrzeichen zu erhalten“, sagte Daniel Hopp von der Immobiliengesellschaft Actris AG, die seit fast einem Jahrzehnt dabei ist, das Henninger-Areal zu entwickeln. Was mit dem übrigen Gelände und auch der legendären Villa des einstigen Brauereibesitzers Bruno H. Schubert geschehen wird, sagte der jüngere Sohn von SAP-Mitbegründer und Mäzen Dietmar Hopp gestern allerdings nicht.

Quelle: op-online.de

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