Spitze mit Restaurant und Plattform

Henninger Turm entsteht in neuem Gewand

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Auferstehung eines Frankfurter Wahrzeichens: Der Henninger Turm wird neu gebaut - als luxuriöser Wohnturm. Mit 140 Metern ist er einer der höchsten in Deutschland. Um die Bodenplatte für den Wohnturm mit den zwei Kellergeschossen zu fertigen, werden in den nächsten Tagen 70 Lkw in Sachsenhausen erwartet. 30 Stunden sollen sie ununterbrochen Beton auf die Baustelle fahren.

Frankfurt - Der alte Henninger Turm ist seit mehr als einem Jahr aus der Frankfurter Skyline verschwunden. Jetzt entsteht das einstige Wahrzeichen am alten Ort neu - als Luxus-Wohnturm mit 24-Stunden-Portier-Service.

Die Silhouette des geplanten Baus aus Glas und Naturstein erinnert an das alte, fensterlose, rund 20 Meter kleinere Brauerei-Getreidesilo. Der neue Henninger Turm wird mit etwa 140 Metern eines der höchsten Wohnhochhäuser Deutschlands sein und soll im Dezember 2016 fertig sein. In den nächsten Tagen wird erst einmal die Bodenplatte gefertigt und am 18. Juni der Grundstein gelegt. Die Öffentlichkeit bleibt nicht außen vor: In der Spitze des markanten Bauwerks wird es ein Restaurant und eine Aussichtsplattform für bis zu 200 Menschen geben, wie der Projektleiter des Bauherren Actris, Jörg Janson, der Nachrichtenagentur dpa sagt. Die Plattform im 39. Stock führe ins Freie, heißt es im Architekturbüro von Meixner Schlüter Wendt, das den Bau entworfen hat. Im obersten Stockwerk (40.) wird die Gastronomie untergebracht, Einzelheiten verraten Architekten und Bauherr aber noch nicht. Auch nicht, ob sich das Restaurant wie im alten Turm drehen wird. Dies sei noch nicht entschieden.

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Plattform und Gastronomie freuen auch die Stadt, die eine gemischte Nutzung von Hochhäusern anstrebt und sich ein Lokal im Henninger Turm gewünscht hat. „Es gibt wenige Restaurants in so einer Höhe mit so einem Blick“, sagt Mark Gellert vom Planungsdezernat. Dazu komme die Tradition: Das Drehrestaurant im alten Henninger Turm war jahrzehntelang ein beliebter Anziehungspunkt in der Region. Der Verkauf der Wohnungen im Stadtteil Sachsenhausen läuft schon seit April: Von den 203 Wohnungen im Turm seien noch rund 130 zu haben. Der mittlere Quadratmeterpreis liege bei 6500 Euro, berichtet Janson.

Fluglärm schreckt in der rasant wachsenden Mainmetropole längst nicht jeden, wie das Planungsdezernat festgestellt hat. Der Gutachterausschuss kam mit Blick auf die verkauften Immobilien zu dem Schluss, dass es keinen Werteverlust von Gebäuden in Sachsenhausen gebe. Der Wertgewinn der Wohnungen sei allerdings nicht so stark wie in anderen Stadtteilen.

Der Henninger Turm ist nur ein Teil eines Neubaugebiets auf dem alten Brauerei-Areal. Im Sockelgebäude des Wohnturms entstehen zudem nach den Worten Jansons ein Fitnessstudio, zwei Supermärkte, eine Drogerie, eine Apotheke, eine Wäscherei und andere kleine Geschäfte sowie ein Lokal mit Terrasse. Ein Parkhaus mit 450 Stellplätzen sei auch geplant.

So wird man ihn in Erinnerung behalten: Der 1961 erbaute rund 120 Meter hohe Henninger Turm im Stadtteil Sachsenhausen galt lange als das höchste Gebäude Frankfurts.

Die gesamte Bebauung des etwa neun Hektar großen ehemaligen Henninger-Areals werde voraussichtlich 2018 abgeschlossen sein. 800 Wohnungen und Häuser sollen bis dahin neben dem Turm entstehen, das erste von drei Baufeldern werde etwa zeitgleich mit diesem fertig sein. Das gesamte Investitionsvolumen beziffert Janson auf rund 350 Millionen Euro. Das Gelände und der angrenzende rund zwei Hektar große Park samt denkmalgeschützter Villa gehören der Familie Hopp. 

dpa

Quelle: op-online.de

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