Die Herausforderer sortieren sich

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Michael Paris

Frankfurt - Die Grünen wollen heute ihre Kandidatin für die vorgezogene Oberbürgermeister-Wahl in Frankfurt vorstellen. Die SPD schickt entweder den früheren Landtagsabgeordneten Michael Paris (56) oder den Frankfurter Fraktionsvorsitzenden Peter Feldmann (52) ins Rennen. Von Ira Schaible (dpa)

Für die CDU tritt Hessens Innenminister Boris Rhein an. Die OB-Wahl in der schwarz-grün regierten Großstadt ist am 11. März 2012 geplant.

Die Wahl wird um rund ein Jahr vorgezogen, weil die amtierende Rathauschefin Petra Roth (CDU) ihr Amt ein Jahr vorzeitig (Ende Juni 2012) abgibt. Mit ihrer überraschenden Ankündigung, bei der das dienstälteste Stadtoberhaupt Frankfurts zugleich Rhein als Kandidaten der Union präsentiert hatte, waren die anderen Parteien unter Druck geraten.

Wen die Sozialdemokraten aufstellen, sollen ihre rund 3800 Mitglieder bis zum 14. Dezember bestimmen. Dafür sind sechs Regionalkonferenzen geplant. Bei den Grünen waren zuletzt mehrere Namen im Gespräch, darunter vor allem die Frankfurter Parteivorsitzende Martina Feldmayer.

Boris Rhein

Die Linke wird voraussichtlich Janine Wissler (30) nominieren, die derzeit Fraktionsvorsitzende der Partei im hessischen Landtag ist. Die FDP stellt keinen Kandidaten auf. Einige kleinere Parteien überlegen noch - die Kandidaten müssten spätestens 66 Tage vorher gemeldet werden. Die Kulturmanagerin und Moderatorin, Daniela Cappelluti, will als unabhängige Kandidatin antreten. Die 42-Jährige ist Mitglied der Grünen.

Eine Ankündigung des Sozialdemokraten Paris’, nicht an Streitgesprächen mit seinem weniger bekannten Kontrahenten Feldmann in den Medien teilzunehmen, sorgte gestern für Streit in der SPD. Er halte die öffentlichen Streitgespräche eher für kontraproduktiv, sagte Paris zur Begründung. Außerdem gebe es mit Feldmann Terminprobleme. Das Verfahren, den Kandidaten von den Mitgliedern bestimmen zu lassen, sei „eine gute Variante im Vergleich zur CDU, die ihren Kandidaten ja hinter verschlossenen Türen gekürt hat“.

Peter Feldmann

Ob es allerdings sinnvoll sei, „sich in sechs Mitgliederversammlungen mit unseren eigenen Leuten zu unterhalten, während Boris Rhein draußen den Leuten die Hände schüttelt“ sei fraglich. Möglicherweise reichten auch zwei Konferenzen, schlug Paris vor. „Wir leben ja nicht auf dem Land.“ Feldmann lobte „die Besonderheit, unserer Partei den Kandidaten zu ermitteln“. Es sei wichtig, die Medien einzubeziehen.

Bei der letzten Oberbürgermeisterwahl im Januar 2007 waren zehn Kandidaten angetreten. Nach Roth konnte der Frankfurter SPD-Vorsitzende Franz Frey die meisten Stimmen auf sich verbuchen, gefolgt von dem jetzigen Linken-Landesvorsitzenden Ulrich Wilken. Die Grünen und die FDP hatten keine eigenen Kandidaten aufgestellt.

Quelle: op-online.de

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