Heroin-Schmuggel im Gemüse-Lkw

Darmstadt - Mehr als eine halbe Tonne Heroin sollen drei Männer in Gemüsetransporten geschmuggelt haben. Von heute an stehen die drei 36- bis 42-Jährigen in Darmstadt vor Gericht.

Der Anklage vor dem Landgericht zufolge transportierten sie 2006 und 2007 insgesamt 697 Kilogramm Heroin über die Türkei nach Deutschland und weiter in die Niederlande - auf Lastwagen unter Kohlköpfen versteckt. „Die Fahrzeuge wurden in einem Gewächshaus in der Nähe von Den Haag entladen“, sagte Oberstaatsanwalt Joachim Bührer bei der Verlesung der Anklage. Immer kurz danach habe in einem Schnellrestaurant die Geldübergabe stattgefunden. Das Rauschgift hat im Straßenverkauf je nach Reinheit und Marktlage einen Wert zwischen 14 und 28 Millionen Euro. Die Männer werden einer international operierenden Drogenbande zugerechnet. Gegen andere Verdächtige wird gesondert ermittelt. Zur Abwicklung des Rauschgifthandels soll extra ein Supermarkt in Rüsselsheim eröffnet worden sein. „Der 36-Jährige sorgte für die logistische Abwicklung. Der 42-Jährige war als Fahrer tätig“, beschrieb Bührer die Aufgabenverteilung. Der 38-Jährige soll Mitbesitzer des Supermarktes gewesen sein.

Angeklagte verhüllen sich zum Selbstschutz

Die Männer wurden zum Prozessauftakt in Handschellen vorgeführt. Aus Scheu vor Kameras und Fotografen trugen sie Mützen, einer auch eine Sonnenbrille. Dem jüngsten Angeklagten hatte eine Verteidigerin eine schwarze Rechtsanwaltsrobe über den Kopf gestülpt. Einige der Männer seien möglicherweise von Racheakten bedroht, begründeten sie. „Alle Angeklagten haben bei den Ermittlungsbehörden umfangreiche Aussagen gemacht“, sagte die Vorsitzende Richterin Barbara Bunk. Trotzdem gebe es keine Hinweise, dass die Angeklagten etwas befürchten müssten oder von Erpressungsversuchen bedroht wären. Die Männer sitzen seit Februar 2009 in Untersuchungshaft. Rauschgiftfahnder waren ihnen auf die Spur gekommen, nachdem den Ermittlern die Abnehmer der heißen Ware ins Netz gegangen waren. Zunächst sind neun Verhandlungstage geplant.

dpa

Quelle: op-online.de

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