Der Herr der wunderbaren Dinge

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Alter Hase im Ausstellungsgeschäft mit jungem Gesicht: der Ausstellungsleiter Dani Batyi.

Frankfurt - „Wunderbare Dinge“ sah der englische Archäologe Howard Carter, als er am 26. November 1922 im Tal der Könige in Ägypten das Grab des Pharaos Tutanchamun öffnete. Von Christian Riethmüller

Dessen prächtiger Inhalt - Schreine, Sarkophage, Möbel, Statuen und die weltberühmte Totenmaske - fasziniert die Welt bis heute, was auch den Erfolg der Ausstellung „Tutanchamun - Sein Grab und die Schätze“ erklärt. Sie ist seit November vergangenen Jahres in Frankfurt zu sehen und bildet auf einer Fläche von 4000 Quadratmetern die Grabkammern original- und maßstabsgetreu nach. Gezeigt werden mehr als 1000 Objekte - es sind allesamt Replikate.

Etwa 230 000 Menschen haben sich die Schau in einer eigens dafür errichteten Ausstellungshalle auf dem Areal Mainzer Landstraße/Güterplatz bisher angesehen. Weitere 20.000 bis 30.000 Besucher sollen bis zum 24. Juni, dem letzten Öffnungstag der Ausstellung, noch dazukommen, hofft Dani Batyi. Der großgewachsene Endzwanziger ist Ausstellungsleiter von „Tutanchamun“ und verantwortlich für den Betrieb der Frankfurter Schau.

Frankfurt war ein Novum

Trotz seiner jungen Jahre ist der studierte Wirtschaftswissenschaftler aus Budapest ein alter Hase im Ausstellungs- und vor allem im „Tutanchamun“-Geschäft. Frankfurt ist bereits die sechste Stadt, in der Batyi mit der Schau gastiert. Davor war er in Budapest, Madrid, Hamburg, Manchester und Dublin mit der Organisation der Ausstellung beschäftigt und wird auch im schwedischen Malmö, wo die Schätze des Pharaonengrabs ab September zu sehen sind, die Schau leiten.

Zur Routine ist ihm die Arbeit aber noch lange nicht geworden, auch wenn erprobte Abläufe die Organisation erleichtern. „Frankfurt war allerdings ein Novum, weil wir hier erstmals nicht in eine feste Halle gegangen sind, sondern einen mobilen Ausstellungsraum errichtet haben. Dieses Modell hat sich bewährt und ist eine Möglichkeit für Städte, in denen keine geeigneten Hallen zur Verfügung stehen“, sagt Batyi. Bewährt hätten sich auch zwei in Frankfurt erstmals angebotene Veranstaltungen: Führungen in Mundart mit Travestie-Künstler Bäppi La Belle und ein „First Friday“ genannter Lounge-Abend mit Musik und Clubatmosphäre an jedem ersten Freitag im Monat.

Teilnahme an der Nacht der Museen

Mit solchen Veranstaltungen wie auch einem Rahmenprogramm, das aktuelle ägyptische Kunst, Musik und Literatur präsentierte, lockte die Schau zusätzliches Publikum, das sich aber trotzdem nicht gegenseitig auf die Füße tritt. „Da die Tickets für sogenannte Zeitfenster gelten, können wir den Besucherstrom sehr gut lenken“, sagt Batyi. Nur in sehr seltenen Fällen sei es bisher nötig gewesen, Besucher vertrösten oder sogar wegschicken zu müssen. „Eine besondere Herausforderung war unsere Teilnahme an der Nacht der Museen. Da standen die Menschen in einer 150 Meter langen Schlange und harrten trotzdem geduldig aus. 4600 Besucher hatten wir da zwischen 19 und 2 Uhr morgens,“ erinnert sich der Ausstellungsleiter an einen der Höhepunkte der Frankfurter Station, die für ihn in wenigen Wochen endet. Dann wird er etwas in der ungarischen Heimat ausspannen, bevor er mit seiner Frau und seinem kleinen Kind nach Malmö zieht, um dort den Schweden die „wunderbaren Dinge“ aus Tutanchamuns Grab zu zeigen.

Die Ausstellung „Tutanchamun - Sein Grab und die Schätze“ ist noch bis Sonntag, 24. Juni, in Frankfurt zu sehen. Öffnungszeiten täglich von 10 bis 18 Uhr. Es lohnt sich, Tickets im Vorverkauf zu besorgen, entweder an den bekannten Vorverkaufstellen, unter der Hotline 069 1340445 oder unter  www.tut-ausstellung.com

Quelle: op-online.de

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