Atommüll nur unter Bedingungen

Hessen zu Castor-Zwischenlagerung bereit

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Wiesbaden - Die Grünen lassen in der neuen Regierung bei der Zwischenlagerung von Castor-Behältern nicht locker. Hessen muss sich darauf einstellen - es sei denn, die CDU legt sich quer.

Hessen ist bereit, Castor-Behälter in Biblis zwischenzulagern. Das haben die beiden Grünen-Minister in Hessens neuer Regierung bekräftigt. Das Land werde sich nach einer sorgfältigen fachlichen Prüfung dem nicht entgegenstellen, sagte Wirtschaftsminister Al-Wazir der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitag). Am Vortag hatte dies bereits die für die Atomaufsicht zuständige Ressortministerin Priska Hinz der Nachrichtenagentur dpa gesagt und hinzugefügt: "Wir Grüne stehlen uns nicht aus der Verantwortung."

Die Suche nach neuen Zwischenlagern ist notwendig, weil im Salzstock Gorleben keine Castor-Behälter mehr gelagert werden dürfen, solange die Suche nach einem Endlager nicht abgeschlossen ist. Darauf haben sich Bund und Länder im April vergangenen Jahres geeinigt. Die rot-grün geführte Regierung in Schleswig-Holstein will nun weitere Castoren aus dem Ausland aufnehmen, verlangt dies aber auch von Hessen und Baden-Württemberg.

Castoren in Biblis stets abgelehnt

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Die alte schwarz-gelbe Regierung in Wiesbaden hat aber weitere Castoren in Biblis - dort wird bereits zwischengelagert - stets abgelehnt. Im schwarz-grünen Koalitionsvertrag wurde diese Frage jedoch vorsichtig bejaht. Unklar bleibt aber die Haltung der CDU. Regierungschef Volker Bouffier hatte zum Jahresbeginn in einem Interview bei der Frage der Zwischenlagerung noch "erheblichen Diskussionsbedarf" mit SPD-Bundesumweltministerin Barbara Hendricks angekündigt.

Die Zeit für eine Lösung eilt, da ab 2015 bereits 26 Castoren mit Atommüll aus dem britischen Sellafield zurückerwartet werden. Vor der Zwischenlagerung in den aufnahmewilligen Ländern gibt es noch ein umfangreiches Genehmigungsverfahren. Biblis gilt unter Fachleuten für eine Zwischenlagerung sehr gut geeignet. Ein Endlager am südhessischen Standort schließt Minister Al-Wazir dagegen aus. Derweil soll eine Kommission die Suche nach einem Endlager fortsetzen. Im Jahr 2031 ist vorgesehen, dass der Endlager-Standort endgültig bestimmt und von Bundestag und Bundesrat beschlossen wird.

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dpa

Quelle: op-online.de

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