„Kniefall vor Windradlobby“

Zoff in der CDU über hessische Energiepolitik

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Wiesbaden - Der nordhessische CDU-Bundestagabgeordnete Helmut Heiderich hat die Ankündigung von Energieminister Tarek Al-Wazir zum Ausbau der Windkraft, als „Kniefall vor der Windradlobby“ bezeichnet.

Einen "Kniefall vor der Windradlobby" hat der nordhessische CDU-Bundestagsabgeordnete Helmut Heiderich der unionsgeführten Landesregierung vorgeworfen. Wer die Windkraft im ländlichen Raum verdreifachen wolle, handle auf Kosten der Bürger in den ländlichen Räumen, kritisierte Heiderich heute. Hessens Energieminister Tarek Al-Wazir (Grüne) hatte gestern im Landtag angekündigt, dass die Windkraftleistung in den kommenden fünf Jahren im Land fast verdreifacht werden soll.

Für die Windenergie in Hessen müssten im bundesweiten Vergleich die Steuerzahler die höchsten Subventionen aufbringen. Heiderich, der die Kreise Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner im Bundestag vertritt, sieht sich mit seiner Kritik in der hessischen CDU nicht allein. Er habe in einem Brief an CDU-Regierungschef Volker Bouffier darum gebeten, die Bürger ähnlich wie in Bayern an der Planung zu beteiligen, sagte Heiderich. Derzeit hätten die Bürger beim Bau von Windrädern "null Rechte".

Hessen-Union weißt Kritik zurück

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Die Hessen-Union wies die Kritik als "Einzelmeinung" zurück. "Es gilt der Koalitionsvertrag", sagte CDU-Generalsekretär Manfred Pentz auf Anfrage. Schwarz-Grün will auf zwei Prozent der Landesfläche Windräder bauen. Der Anteil der erneuerbaren Energien im Stromsektor soll bis 2019 auf 25 Prozent verdoppelt werden.

(dpa)

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Quelle: op-online.de

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