In Hessen droht massiver Mangel an Fachkräften

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Die Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern (IHK) hat vor einem massiven Fachkräftemangel im Land gewarnt.

Frankfurt/Offenbach ‐ Die Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern (IHK) hat vor einem massiven Fachkräftemangel im Land gewarnt. Von Marc Kuhn

Bis 2015 würden pro Jahr durchschnittlich etwa 147.000 Fachkräfte in Hessen fehlen, sagte Mathias Müller, Vorsitzender der IHK-Organisation, in Frankfurt. Dabei handele es sich um etwa 9.000 Akademiker und rund 138.000 Facharbeiter in nicht akademischen Berufen. Dies sind Ergebnisse des IHK-Fachkräftemonitors, der gestern vorgestellt wurde und im Internet aufgerufen werden kann. Er soll eine Analyse und damit eine Planung des Fachkräftebedarfs in Hessen ermöglichen. Angebot und Nachfrage würden gegenübergestellt, erklärte Hubertus Hille von IHK Frankfurt. Zudem könnten beispielsweise Entwicklungen in einzelnen Wirtschaftszweigen untersucht werden. Mit den Prognosen soll Unternehmen, Bildungsträgern und der Politik die Möglichkeit eröffnet werden, auf die Entwicklung zu reagieren. In die Berechnungen fließen Daten der amtlichen Statistiken und Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfragen ein.

Im IHK-Bezirk Frankfurt fehlen bis 2015 jährlich im Schnitt 64 500 Fachkräfte. Bernhard Mohr, Geschäftsführer der IHK Offenbach, betont, dass der Frankfurter Arbeitsmarkt wesentlich größer ist als der in Stadt und Kreis. Die Verhältnisse in Offenbach würden sich aber - in Relation zur Größe des Arbeitsmarkts - nicht von denen in Frankfurt unterscheiden. Mohr sprach sich dafür aus, im Fachkräftemonitor die Region Rhein/Main abzubilden.

Der Fachkräftemangel in Hessen mache sich besonders bei unternehmensnahen Dienstleistungen bemerkbar, berichtete Müller. Stark betroffen seien Unternehmen aus den Branchen Elektrotechnik und Maschinenbau. Bis 2015 würden pro Jahr 8 500 Ingenieure in hessischen Firmen fehlen, erläuterte die IHK.

Weitere Informationen auf der Internetseite für Fachkräfte.

Um dem Fachkräftemangel vorzubeugen, sprach sich Müller für Verbesserungen im Schulunterricht und mehr Praxisnähe in den Hochschulen aus. Zudem müsse die Politik eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen. Und die Zuwanderung von Facharbeitern müsse erleichtert werden.

Quelle: op-online.de

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