Wettbewerbsfähigkeit gerät in Gefahr

In Hessen fehlen Fachkräfte

Frankfurt -  Die Suche nach Fachkräften wird für hessische Unternehmen eine immer größere Herausforderungen.

„Der aktualisierte IHK-Fachkräftemonitor zeigt, dass den Betrieben im Jahr 2016 rund 71.000 Fachkräfte fehlen“, erklärte Mathias Müller, Präsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt (IHK), zu den Prognosen des Fachkräftemonitors der Kammern. Gleichzeitig mache sich der demografische Wandel bemerkbar und sorge dafür, dass das Angebot an Fachkräften zurückgehe. „Investitionen in Köpfe sind das beste Mittel für einen auch zukünftig wettbewerbsfähigen Standort. Das gilt insbesondere für beruflich qualifizierte Fachkräfte. “.

Inzwischen wirkt sich der Fachkräftebedarf direkt auf die Wettbewerbsfähigkeit in vielen Unternehmen aus – wie die IHK-Konjunkturumfrage zeigt: „39 Prozent der Unternehmen berichten davon, dass der Fachkräftemangel ein Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden Monaten darstellt“, berichtete Müller. „Dies ist ein neuer trauriger Rekordwert und neben der ungünstigen Demografie auch auf die Rente mit 63 zurückzuführen, die dem Arbeitsmarkt gut ausgebildete Arbeitskräfte entzieht. Die Sorgen der Betriebe um geeignetes Personal drohen zu einem Hemmschuh für die wirtschaftliche Entwicklung zu werden.“

Mit Blick auf die Diskussion um die Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt sagte Müller: „Die Flüchtlinge können die Fachkräftelücke nicht alleine schließen und schon gar nicht von heute auf morgen. Die Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, dass nach einem Jahr nur zehn Prozent in den Arbeitsmarkt integriert sind, nach fünf Jahren 50 Prozent und nach fünfzehn Jahren 70 Prozent.“ Die Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt sei ein langer Prozess – beginnend bei der Schulbildung und der Sprachförderung bis hin zu Qualifizierungsbausteinen bei älteren Migranten.  (ku)

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Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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