Verband beklagt geringe Margen

Hessen bei Heizölpreisen entlastet

Frankfurt - Die Verbraucher in Hessen profitieren von gesunkenen Energiepreise. Von Marc Kuhn

„In den vergangenen Wochen haben wir insbesondere beim Heizöl erneut sinkende Preise beobachtet“, sagte Hans-Jürgen Funke, Geschäftsführer des Verbandes für Energiehandel Südwest-Mitte (VEH), gestern in Frankfurt. „Derzeit liegt der Preis pro Liter schwefelarmen Heizöls bei 59 bis 62 Cent. “ In Hessen profitieren rund 516.000 Ölheizer von diesem Trend. „Eine seriöse Prognose, wie sich die Preissituation langfristig gestalten wird, bleibt aufgrund der vielfältigen Einflüsse äußerst schwierig“, erklärte Funke. „Anzeichen für einen deutlichen Preisanstieg sehen wir derzeit jedoch nicht. “ Der Heizölpreis ist an den Rohölpreis gekoppelt, der wegen eines starken Angebots aus den USA und den Opec-Ländern sinkt. Der Verband vertritt etwa 530 Unternehmen aus dem Brennstoff- und Mineralölhandel in Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, dem Saarland und Thüringen.

Er empfiehlt Verbrauchern, die Tanks zu kontrollieren und sie gegebenenfalls für den Winter mit derzeit relativ günstigem Heizöl zu füllen. „Im Herbst, zu Beginn der Heizperiode, sind die Wartezeiten bei einer Heizölbestellung erfahrungsgemäß deutlich länger“, berichtete Bernd Schilly, VEH-Vorstandsmitglied.

Derweil klagen die Heizölfirmen über geringe Margen. Bei einem Preis von knapp 64 Cent pro Liter müssen die Händler nach den Worten von Funke etwa 44 Cent für den Einkauf, mehr als sechs Cent Energiesteuer und über zehn Cent Mehrwertsteuer zahlen. „Das ist keine Wachstumsbranche.“ Vielmehr sprach Funke davon, dass der Konzentrationsprozess voranschreite und Betriebe geschlossen würden. Da die vergangenen zwei Winter quasi ausgefallen seien, habe es zudem einen Jobabbau gegeben, erläuterte Schilly. Nach Angaben von Funke gibt es im Verbandsgebiet 6000 bis 7000 Arbeitsplätze im Energiehandel. Pro Jahr würden zwei bis drei Prozent abgebaut.

Von den 516.000 Ölheizungen in Hessen sind etwa 252.000 mehr als 20 Jahre, 74.000 sogar über 30 Jahre alt. „Diese Geräte sind nicht auf dem aktuellen Stand der Technik. Sie verbrauchen dadurch mehr Brennstoff“, erklärte Jörg Lenk, Geschäftsführer des VEH. Eine moderne Ölheizung koste rund 9000 Euro, sagte Andreas Mahlberg vom Institut für Wärme und Öltechnik. Bis Ende des Jahres läuft nach seinen Worten die Aktion „Deutschland macht plus“. Der Verband fördere neue Anlagen mit 300 Euro, der Staat mit 900 Euro.

Quelle: op-online.de

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